Warum regnet es in Gechingen so wenig?

Es ist wirklich schade, dass der geplante Museumssonntag am 7. Juni 2020 ausfallen musste. Das Thema „Warum regnet es in Gechingen so wenig?“ hat in den letzten Jahren, die allesamt Dürrejahre waren, die Gechinger zunehmend beschäftigt. Geplant war, dass Herr Martini, der sich schon lange mit Klimakunde und Meteorologie befasst und das Gechinger Wetter aufzeichnet, das Phänomen erklärt. In dankenswerter Weise hat er sich bereitgefunden, schriftliche Aufzeichnungen und Grafiken zum Thema dem Arbeitskreis Heimatkunde zu überlassen. Norbert Jensen hat die Grafiken nach Martinis Entwürfen am Computer gezeichnet, so dass wir beides veröffentlichen können. Zudem werden wir Text und Grafiken am Appeleshof aushängen, damit jeder sich im Wortsinn ein Bild machen kann.

Norbert Martini:

„In Gechingen liegt die Summe des tatsächlichen Jahresniederschlags von ca. 550 mm zum Teil sehr deutlich unter den Mengen westlich von Calw. Dafür sind hauptsächlich zwei Gründe verantwortlich.

  1. Wir haben in unserer Region überwiegend Südwest-, West- und Nordwest-Wetterlagen. Der dabei mitgeführte Niederschlag fällt im Stau des Schwarzwaldes auf der Westseite und in der Mitte (Freudenstadt ca. 1700 mm) Luv – viel stärker aus als auf der Ostseite – Lee –, z.B. in Gechingen.
  2. Im Sommerhalbjahr auftretende Schauer und Gewitter ziehen bei windarmen Wetterlagen meist den Flusstälern entlang von Süd nach Nord. Die warme Luft in den Tälern steigt an den Hängen hoch und regeneriert immer wieder die Gewitterwolken, wobei es z.B. in Calw-Stammheim noch erheblich regnen kann, in Gechingen aber trocken bleibt.“

Es ist neu, dass man in Gechingen über Dürre klagt. In allen Aufzeichnungen alter Gechinger, die in Kirchenbüchern, Bibeln, Kalendern und Ähnlichem erhalten geblieben sind und auf die sich sowohl Karl Friedrich Eßig (+1956) als auch Fritz Roller in ihren Heimatbüchern berufen, ist bei Unbilden der Witterung fast immer von Gewittern mit Hagelschlag, lang andauerndem Regen und Überschwemmungen die Rede. Auch die sogenannten Hungerbrunnen im Stammheimer-,  Insen-  und Nonnental, die nur in nassen Jahren fließen, lassen darauf schließen, dass regnerische und kühle Jahre eher zu Missernten führten, als zu trockene. Karl Friedrich Eßig zitiert als Bauernspruch: „Em a truckene Johr isch no koa Bauer verdorbe, aber em a nasse!“ Heute würde er das wohl nicht mehr schreiben, wo sich der Klimawandel mit heißen, trockenen Sommern mehr und mehr bemerkbar macht und zu Ernteausfällen führt. Das bedeutet freilich nicht, dass Überschwemmungen nun entfallen. Allen, die sie miterlebt haben, ist die Überschwemmung von 2009 noch gut im Gedächtnis. So ein Ereignis kann aber nur stattfinden, wenn die Böden von starken Niederschlägen so gesättigt sind, dass sie kein weiteres Regenwasser mehr aufnehmen können und ist dementsprechend selten.

Wir wollen, solange das Museum geschlossen bleiben muss, doch mit unseren Freunden in Verbindung bleiben. Sie werden auch in dieser Zeit immer wieder von uns hören! Und bleiben Sie gesund!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letze Änderung Dienstag, 02 Februar 2021 17:10
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