Vergangene Termine

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 8 Oktober 2017
Details :

Achtung neuer Termin 8.10.17

In der Museumsküche und im Ausstellungsraum werden Schwäbische Gerichte gekocht und zum Versuchen angeboten.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 3 September 2017
Details :

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Eine Nachbargemeinde stellt sich vor“ erfahren wir Historisches und Zeitgemäßes über Althengstett.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 August 2017
Details :

Das Thema der heutigen Veranstaltung lautet „Rund ums Licht“.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 2 Juli 2017
Details :

An diesem Öffnungssonntag stellt der Gechinger Kabarettist Thomas Schreckenberger von 14 bis 18 Uhr einige seiner Auszeichnungen und Trophäen aus und erfreut uns mit kurzen Auftritten.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Lange Museumsnacht

Datum: 30 Juni 2017
Details :

In Kooperation mit den Museen in Aidlingen, Dachtel und Deckenpfronn veranstalten wir unsere erste lange Museumsnacht. Lassen Sie sich überraschen.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 4 Juni 2017
Details :

Von 14.00 bis 18.00 Uhr lautet das Thema  der Ausstellung im Museum „Bienen und Insekten“.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 7 Mai 2017
Details :

Das Museum zeigt von 14.00 bis 18.00 Uhr eine Ausstellung über das Wetter und Naturkatastrophen in Gechingen.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 2 April 2017
Details :

Zum Auftakt der Museumssaison werden im Museum von 14.00 bis 18.00 Uhr ausgebrauchte Alltagsgegenstände gezeigt.

Arbeitskreis Heimatgeschichte

 

Arbeitseinsatz im Heimatmuseum

Datum: 20 März 2017 08:00 bis 22 März 2017 16:00
Details :

Das Heimatmuseum muss aus dem Winterschlaf geweckt und auf die folgenden Ausstellungen vorbereitet werden.

Organisation: Norbert Jensen, Tel 939969.

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 Januar 2017
Details :

Im  Appeleshof in Gechingen rollen MÄRKLIN-Spur-Null Eisenbahnen

Wenn MÄRKLIN-Spur-Null-Züge durch das Museum Appeleshof in Gechingen rattern, zeigen wir etwas in unserer kleinen Spielzeug-Eisenbahnausstellung, wovon Opa schon träumte. Sehr häufig musste es allerdings beim  Traum bleiben, denn für die Allermeisten war dieses Spielzeug zu teuer. Auch heute noch hat die Spielzeugeisenbahn kaum ihre Anziehungskraft verloren – besonders zur Weihnachtszeit. Die Begeisterung schlug schon hohe Wellen, als 1891 die erste Uhrwerkeisenbahn zum Aufziehen von MÄRKLIN über die Gleise in Form einer Acht rollte, sie wurde ein Welterfolg und mit ihr begann der Aufstieg von MÄRKLIN zum führenden Hersteller von Spielzeugeisenbahnen. Die Firma war schon vorher bei der Einführung technischen Spielzeugs erfolgreich gewesen, mit Dampfmaschinen und funktionierenden Kinder-Kochherden etwa,  mit denen sie der technischen Entwicklung folgte, aber die Eisenbahn schlug alles. Es ist ja auch heute noch so, dass, wenn irgendwo ein Liebhaber seine liebevoll gestaltete Anlage zur Schau stellt, sich Jung und Alt darum scharen und alle glänzende Augen bekommen. Das Erfolgsmodell wurde immer weiter entwickelt, ab 1909 gab es Dampfmaschinenmodelle, ab 1926  elektrische Anlagen. Die Spurweiten der Gleise wurden vereinheitlicht. Spur 0 verhält sich zu den Originalgrößen wie 1:43 bzw. 1:45.

Wenn man bedenkt, was für Spielmöglichkeiten heute, im Computerzeitalter, Kindern – und Erwachsenen - zur Verfügung stehen, ist die nach wie vor ungebrochene Beliebtheit der Spielzeugeisenbahn doch verwunderlich. Wenn sie vielleicht auch bei den Kindern nicht mehr an erster Stelle steht, können sie möglicherweise, wie wir alle, doch die Faszination nachempfinden, die das Eisenbahnwesen auf Generationen technikbegeisterter junger und älterer Menschen ausübte, so dass die Spielzeugeisenbahn auch für Erwachsene zur Liebhaberei oder auch zum Sammelobjekt geworden ist. Bastler gestalten ganze Landschaften, geprägt durch die Eisenbahn, mit Berg und Tal, Bahnhöfen und Schranken, Tunnels und Brücken, dies allerdings meist mit der Tischeisenbahn der Spur H0, die ab den 50er Jahren einen steilen Anstieg der Absatzzahlen brachte. Nicht selten bekam damals schon das erste Kind einer Familie an seinem ersten Weihnachtstag eine Eisenbahn geschenkt, mit der dann der Vater hingerissen spielte und damit kompensierte, was ihm als Kind versagt geblieben war. Vielleicht klingt auch heute noch beim Spiel mit der Eisenbahn, egal ob auf einer Platte oder bei einer größeren Anlage in Keller oder Garten, eine entfernte Erinnerung an den gewaltigen Umbruch an, der mit der Eisenbahn ins Land kam. Sie brachte Mobilität für alle Bevölkerungsschichten und beflügelte den Gütertransport und den Tourismus.

Erwarten Sie bei uns keine vollautomatische „Anlage“, das ist mit dem alten Material aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts schwierig und für die kurze Betriebszeit nicht machbar. Sie werden Bedingungen antreffen, wie sie früher herrschten beim Spiel mit der Eisenbahn. Nicht der Computer, der Spielende selber steuert Züge und Weichen, kann die Fahrgeschwindigkeit drosseln oder beschleunigen und erleben, wie alles seinem Willen gehorcht. Was ist schöner, als sich als Fahrdienstleiter zu fühlen und Herr über Personen- und Güterverkehr zu sein und Züge zu leiten und aufeinander abzustimmen, sei es auch nur im Spiel! Wenn Sie selbst noch Spur-Null-Teile haben, bringen  Sie diese mit, vielleicht bringen wir sie auf unseren Gleisen zum Laufen und Sie können sich aktiv am Spiel beteiligen! Freundliche Unterstützung erhalten wir von  der Firma Messebau  Süd,  die die Platte zur Verfügung stellt.

Geöffnet haben wir am Sonntag  4. Dezember und Montag  26. Dezember (2. Feiertag) und am Freitag
6. Januar jeweils von 14 – 17 Uhr.

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 2 Oktober 2016
Details :

 „Intarsien – Edelsteine der Tischlerkunst“

 In den 50er Jahren, als Herr Widmann, der die Ausstellung am 2. Oktober im Appeleshof bestritt, in Stuttgart in die Lehre ging, gab es dort noch drei große Intarsienwerkstätten, die inzwischen längst verschwunden sind. Damals haben ihnen vor allem die amerikanischen Besatzungssoldaten ihre Erzeugnisse aus der Hand gerissen. Die Herstellung von Intarsien ist ein zeitaufwendiges Kunsthandwerk, das, außer künstlerischem Talent, Geduld, ein gutes Auge und eine sichere Hand verlangt. Die Ergebnisse sind etwas Besonderes und einfach schön, aber der Beruf eines Intarsienschneiders oder Marketeurs ist heute selten geworden. Intarsien sind eine Art der Dekoration, bei der auf einer glatten Unterlage verschieden geformte Hölzer in voneinander abweichenden Farben so zusammengefügt werden, dass geometrische Muster oder Bilder entstehen, einem Mosaik oder Puzzle vergleichbar, und die neue Oberfläche  eben und fugenlos ist. Das Wort „Intarsie“ kommt vom italienischen „intarsiare“ einlegen.  Schon im 2. vorchristlichen Jahrtausend wurden im Orient Möbel und Wandverkleidungen mit Einlegearbeiten aus Holz, Elfenbein, Perlmutt oder Schildpatt verziert. Allein aus der Art des verwendeten Materials lässt sich ersehen, dass Intarsien immer ein kostbarer Schmuck für Möbel waren. Zu ihrer Herstellung werden Furniere  benötigt, das sind dünne Blätter aus Holz, die durch verschiedene Verfahren von Stämmen abgetrennt werden. Herr Widmann  besitzt Furniere von Tropenhölzern und anderen Exoten in einer unglaublichen Vielfalt von Farben, aber auch von einheimischen Hölzern, wie das helle Furnier der Birke oder das tiefdunkle der Mooreiche, die vor Jahrtausenden in einem Fluss versunken ist und  im Schlamm des Flussbetts unter Luftabschluss ihre fast schwarze Farbe angenommen hat. Um eine Intarsie herzustellen, ist als erstes eine genaue Zeichnung mit einem Tuschestrich von 1/10 mm erforderlich, von der mehrere Kopien angefertigt werden. Jedes einzelne Element eines Bildes wird ausgeschnitten, auf das jeweilige Furnier geklebt und mit der Dekupiersäge ausgesägt, wobei  mehrere Lagen Furnier zugleich gesägt werden können. Die Dekupiersäge ist eine mechanisierte Laubsäge. Da die Arbeit mit größter Präzision ausgeführt werden muss, damit die einzelnen Bestandteile am Ende fugenlos zusammengefügt werden können, schleift Herr Widmann die Sägeblättchen immer wieder nach – jedes einzelne Zähnchen. Eine andere Technik ist das Ausschneiden jedes einzelnen Stückchens Furnier mit dem Messer.

Eine ungebrochene Tradition hat die Intarsienkunst in China und Japan und im Orient. Sie kam mit den Mauren nach Spanien, von da nach Italien und verbreitete sich von dort aus in Europa. In Italien wurde sie hauptsächlich von Mönchen ausgeübt, die vor allem kirchliches Mobiliar damit versahen, z. B. schufen sie herrliche Chorgestühle. In der Renaissance erlebte die Intarsienkunst eine Blütezeit, auch in Deutschland. Man konnte in Stuttgart bei der Landesausstellung über den Renaissancefürsten Herzog Christoph im Alten Schloss wunderschönes Mobiliar mit Intarsienschmuck bewundern. Aber auch bei einem Besuch in Herrn Widmanns Haus in Deckenpfronn hat man das Gefühl, in eine Schatzkammer eingetreten zu sein; überall findet man Erzeugnisse dieses uralten Kunsthandwerks, die man noch mehr schätzt, wenn man weiß, wie viel Können zu diesen Arbeiten gehört. Jedes einzelne Stück ist in seiner Art schön und bewunderungswürdig. Heute noch schafft er Herr Widmann neue Werke. Eine Auswahl seiner Intarsienmöbel war am 2. Oktober im Appeleshof zu sehen. Man konnte sich von 14 – 18 Uhr daran erfreuen. Der Eintritt war frei.

                                                                                                                                  Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 4 September 2016
Details :

Elvis lebt

Der Gechinger Heinrich Hamm ist seit seiner Kindheit Fan von Elvis Presley, hat seinen Geburtsort Tupelo und seinen langjährigen Wohnsitz Graceland in Memphis besichtigt und besitzt zahlreiche Tonträger und sonstige Memorabilien von Elvis, die am Museumssonntag, dem 4. September 2016, im Heimatmuseum Appeleshof besichtigt werden konnten. Seit 2002 tritt Hamm hin und wieder als Elvis-Interpret auf, und er wird in 3 Sets, die chronologisch in seine Rock n‘ Roll-Zeit, seine Filmjahre und seine Spätjahre aufgeteilt sind, zahlreiche Hits von ihm zu Karaoke-Versionen singen.  Dazwischen wurden verschiedene Facetten von Elvis‘ Leben in kurzen Textbeiträgen erläutert.

Elvis Presley (1935 – 1977) war einer der herausragendsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Obwohl als King of Rock n’Roll bezeichnet, war seine musikalische Bandbreite sehr viel größer: Egal ob Country, Rock, Folk, Blues, Gospel, oder Balladen, Elvis sang einfach alles. Zwischen 1954 und 1977 wurden fast 1.000 verschiedene Musiktitel von ihm aufgenommen.

Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen in Tupelo, Mississippi, zog seine Familie Ende der 1940er Jahre nach Memphis, Tennessee, um. Nur für seine Mutter nahm er 1954 im Sun-Plattenstudio von Sam Philipps einen Titel auf, der dann zufällig im Radio gespielt wurde. Da es eine Radiostation war, in der nur Musik von Weißen gespielt wurde, fragten die Hörer, wer denn dieser Weiße mit der Stimme eines Schwarzen sei. Von da an war sein musikalischer Aufstieg unaufhaltsam.

Elvis war von 1958 – 1969 auch als Schauspieler aktiv und spielte in über 30 Hollywoodstreifen die Hauptrolle. Zeitweise war er der bestbezahlte Hollywoodschauspieler. Unter Einfluss seines Managers Tom Parker waren die Filme ausschließlich auf kommerziellen Erfolg und nicht auf schauspielerischen Tiefgang getrimmt.

Ab 1969 bis zu seinem Tod gab er wieder Konzerte. Weil sein Manager Tom Parker sich illegal in den USA aufhielt und Angst hatte, nicht wieder in die USA einreisen zu dürfen, wenn er sie einmal verlassen hatte, ließ er seinen Schützling, bis auf wenige Auftritte in Kanada, nie außerhalb der USA auftreten. Doch konnte man ihn auch in Deutschland als einzigem Land außerhalb Amerikas live erleben. Er war 1 ½ Jahre lang, vom Oktober 1958 bis März 1960, als Besatzungssoldat in Friedberg/Hessen stationiert. Damals herrschte in den USA noch Wehrpflicht.  Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Millionär, wurde er einberufen. Schon bei seiner Ankunft in Deutschland wurde er von Hunderten Fans umjubelt. Da US-Soldaten, die mit Familie kamen, nicht in der Kaserne wohnen mussten, lebte er mit Vater und Großmutter erst im Hotel, dann mietete er ein Haus in Bad Nauheim und wurde an beiden Orten Tag und Nacht von begeisterten deutschen Jugendlichen förmlich belagert, ohne offiziell auch nur einen Ton zu singen. Sogar in der DDR gab es Fan-Clubs, deren Mitglieder aber oft Schwierigkeiten mit der Stasi bekamen.

Höhepunkt seiner Karriere war ein Auftritt Anfang 1973 in Hawaii, der von über 1 Milliarde Menschen, mehr als bei der Mondlandung, via Satellit verfolgt wurde. Sein Tod am 16. August 1977 durch Herzversagen kam plötzlich, aber nicht ganz unerwartet: Elvis war hochgradig tablettensüchtig. Nach seinem Tod fanden sich in seinem Blut Spuren von mehr als einem Dutzend verschreibungspflichtiger Medikamente, die ihn aufgedunsen und zuletzt zu einem Schatten seiner selbst gemacht hatten. Aber bis heute wird Elvis gefeiert und ist im Gedächtnis seiner vielen Fans präsent wie eh und je; wir haben es am 4. September im Museum Appeleshof erlebt. Geöffnet war von 14 bis 18 Uhr und der Eintritt war frei.

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 7 August 2016
Details :

Der Blick über den Wald nach Deckenpfronn

-die Nachbargemeinde gestern und heute-

Am Sonntag, 7. August 2016, von 14 bis 18 Uhr konnten die Besucher des Museums „Appeleshof“ in Gechingen mehr über die Nachbargemeinde Deckenpfronn erfahren. Die dortige Kulturwerkstatt, die sich um die Heimatgeschichte der Gäugemeinde kümmert, stellte im Erdgeschoss in historischen und aktuellen Bildern den Ort vor. Als heimatkundliche Besonderheit war das Replikat der Gründungsurkunde aus dem Jahr 1075 ausgestellt. Erinnerungen an das alte Dorf Deckenpfronn wurden wachgerufen und das Ausmaß der Zerstörung am 21.April 1945 wurde nachvollziehbar.

Wie sich der 1957 abgeschlossene Wiederaufbau vollzogen und die Gemeinde sich dann weiterentwickelt hat, wurde beispielhaft gezeigt an den vielen neuen öffentlichen Einrichtungen, die seither entstanden sind.

Am Beginn dieses Nachmittages hat das Gesangsduo Gerda und Gerhard Schneider aus Deckenpfronn mit Liedern und weiteren Einlagen unterhalten und das natürlich in der Deckenpfronner Tracht, die Gerda Schneider auch ausführlich erläuterte.

Der Eintritt war frei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 3 Juli 2016
Details :

Vor 2500 Jahren in Gechingen. . . .

Am 3. Juli 2016 hat uns die Keltenfamilie Abnoba im Museum Appeleshof aufzeigt, wie die Menschen, die vor 2500 Jahren unsere Heimat bewohnten, im Alltag lebten  und arbeiteten, wie sie gekleidet waren, wie sie sich ernährten und was für handwerkliche  Fertigkeiten sie besaßen. Die Kelten besiedelten damals ganz Mitteleuropa, von Spanien über Frankreich und Süddeutschland bis Böhmen. Sie bildeten nie einen einheitlichen Staat, sie teilten sich auf in einzelne Volksgruppen und Stämme, aber Sprache, Brauchtum und Religion waren bei allen gleich. Da sie keine schriftlichen Überlieferungen hinterließen, ist man auf Schriften der Römer und Griechen über sie angewiesen und auf Ausgrabungen, die gerade in den letzten Jahrzehnten Erstaunliches über sie zutage förderten. Aber schon im 19. Jh. sind auf Gechinger Markung kleinere keltische Grabhügel vor allem am Dreimarkstein und am Wasserturm aufgefallen, die sich im Wald erhalten haben. Pfarrer Klinger hat 1844 aus zwei Gräbern am Wasserturm acht teilweise sehr beschädigte bronzene Hals- Fuß- und Armringe geborgen. Fünf davon befinden sich im Landesmuseum in Stuttgart. Repliken von ihnen kann man im Museum Appeleshof besichtigen. Im April 1948 wurden in Gechingen bei einer  Ausgrabung am Dreimarkstein  unter Leitung von Denk-malspfleger Stahl die Reste des Skeletts einer Frau gefunden mit  Arm- und Fußringen, sowie einer Fibel aus Bronze; auch ein kleiner eiserner Stift war dabei. Die Skelettreste sind heute im Museum Appeleshof ausgestellt, die Grabbeigaben sind verschollen. Das obige Foto ist bei dieser Ausgrabung entstanden, es zeigt von links Denkmalspfleger Emil Stahl, Karl Friedrich Eßig und zwei interessierte junge Männer, der rechts ist ein Sohn von Lehrer Schwarz. 1968 wurde ein weiteres Keltengrab geöffnet. Es war leider ausgeraubt worden, man fand nur Skelettreste, heute ebenfalls im Appeleshof zu sehen. Mit Hilfe der Radiocarbon-Methode ließ sich das Alter der Überreste exakt ermitteln, beide Skelette stammen von jungen Frauen, die um das Jahr 460 v. Chr. gestorben sind. Seit diesen Funden fanden gerade in unserer Gegend aufsehenerregende Ausgrabungen statt, die viele neue Erkenntnisse aus der Zeit brachten, in der unsere Gechinger Damen lebten. So wurde das Grab des Keltenfürsten in Hochdorf seither entdeckt und das „Industriezentrum“ der Kelten in Neuenbürg, über das es vorher nur Vermutungen gab. Heute weiß man, dass dort in großem Maßstab Eisen gewonnen wurde. Erich Fuchs und Marianne Sabieraj, die am 3. Juli zu uns kommen werden, waren fasziniert von den Ergebnissen der Keltenforschung und haben versucht, das handwerkliche Können der Kelten nachzuvollziehen. Unsere keltischen Ahnen waren hervorragende Weber und Töpfer, verstanden sich auf Fell- und Lederverarbeitung, Werkzeug- und Waffenherstellung, Wagenbau und vielerlei Kunsthandwerk, zum Beispiel im Bereich der Metallbearbeitung. Die „Keltenfamilie“, in selbst gefertigten Gewändern nach historischem Muster, wird uns unter anderem zeigen, welche erstaunlichen Fertigkeiten die Kelten auch in der Textilverarbeitung beherrschten, vom Spinnen mit der Handspindel bis zu verschiedenen Webtechniken. Gewänder keltischer Herstellung waren bei den Römern sehr beliebt, es gab überhaupt einen lebhaften Warenaustausch mit den Römern und sogar mit den Griechen, aber man trieb auch Handel in der Region. Im Fürstengrab in Hochdorf fanden sich z. B. nachweislich Gegenstände aus Neuenbürger Eisen. Die Keltenfamilie wird aber auch über Ackerbau und Viehzucht in diesen fernen Zeiten berichten oder uns erklären, wie man Feuer machte und kochte. So wird das Leben vor 2500 Jahren fassbar für uns und im Austausch mit Erich Fuchs und Marianne Sabieraj, die Kontakte mit ihrem Publikum schätzen, konnten wir uns vorstellen, wie es damals in Gechingen war. Am 3. Juli war dann das Museum zur gewohnten Zeit von 14 – 18 Uhr geöffnet und der Eintritt war frei.                                                                        Erika Albert-Essig

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 5 Juni 2016
Details :

Noch einmal: Rosa Maria Maly stellt aus im Appeleshof

Unter dem Titel „Farben – Phantasien – Eindrücke“, präsentierte Rosa Maria Maly ihre Ausstellung erneut am Sonntag, den 5. Juni, von 14 – 18 Uhr im Heimatmuseum Appeleshof in Gechingen. Ob es ihre Motive, ob es ihre Techniken sind oder die Stimmungen, die ihre Bilder widerspiegeln – der Betrachter ist gefesselt von der Art, wie sie die Dinge sieht. Die Bandbreite der Bilder reicht von strengen Tuschzeichnungen über Aquarelle von verträumten Landschaften bis zu farbenfrohen Bildern z. B. aus dem Mittelmeergebiet, afrikanischen Ländern oder der Karibik. „Ich male weil es mir Spaß macht“, sagt Romy Maly, und ihre Freude gibt die Weitgereiste an die Betrachter ihrer Bilder weiter. Der Eintritt war frei.

 

 

 

 

 

Internationaler Museumstag

Datum: 22 Mai 2016
Details :

Unter dem Titel  „Farben – Phantasien – Eindrücke“, präsentierte Rosa Maria Maly ihre  Ausstellung anlässlich des Internationalen Museumstags am Sonntag, den 22. Mai und zwei Wochen später am Sonntag, den 5. Juni, jeweils von 14 – 18 Uhr im Heimatmuseum Appeleshof in Gechingen, der Eintritt war zu beiden Tagen wie immer frei.

Diese Ausstellung zeigte Gemälde aus ihrem großen Fundus und vermittelt Einblicke in das weit-gespannte Themenspektrum und die verschiedenen Schaffensphasen ihrer Arbeit. Sie malt Landschaften, Natur- u. Stadtmotive, Exotisches u. sinnliche Akte und naturgemäß Motive aus Ihrer Heimat, dem Bayerischen Wald und wagte sich auch an die experimentelle Malerei.

Rosa Maria Maly ist Jahrgang 1952, geb. in Wörth a.d. Donau und aufgewachsen in Straubing/Ndb., sie wohnt seit fast drei Jahre in Gechingen. Schon sehr früh, während ihrer beruflichen Ausbildung als Pelznäherin und Kürschnerin, entdeckte sie die Liebe zur Malerei und zum Zeichnen. Aber erst seit Beendigung ihrer beruflichen Tätigkeit vor einigen Jahren widmete sich die Freizeit-Künstlerin umfassender den verschiedenen Maltechniken.

„Ich male, weil es mir Spaß macht“ – nach diesem Grundsatz hat sich R. M. Maly umfangreich autodidaktisch weitergebildet und weiterentwickelt, ohne Kunststudium und Spezialkurse. Bevorzugt kommen Aquarellmalerei, Tuschezeichnungen und Kolorierungen, sowie eine eigens entwickelte, sehr komplizierte Mischtechnik zur Anwendung. Angeregt durch zahlreiche Reisen nach Griechenland, aber auch nach Venedig, Zypern, Asien, in afrikanische Länder und die karibische Inselwelt entstanden Motive von zauberhaften Land-schaften, prägnanten Gebäuden oder heiteren Alltagsszenen. Immer wieder faszinierten R. M. Maly aber Motive, die sie in ihrer Heimat  fand, mit seinen Menschen, Beziehungen, Stimmungen und sie zeigt ein tiefes Verständnis für die schwermütige Natur des Bayerischen Waldes.

Einzelne Ausstellungen wurden in den letzten 15 Jahren in Süddeutschland von ihr geplant und abgehalten, unter anderem in Augsburg und Reichenbach/Fils.

Der Betrachter erlebte bei dieser Ausstellung ein Spektrum, das geprägt ist von harmonischem Bildaufbau bei den Aquarellen und Stillleben, sowie einfachen, klaren Pinselstrichen bei den Zeichnungen, aber auch von brillanter Farbigkeit bei einigen ausgesuchten Werken. Die Gemälde von Rosa Maria Maly sind nicht für das grelle Scheinwerferlicht gemacht – es sind Bildnisse, auf denen der Blick ruhen und in die sich der Betrachter versenken kann. Ihre Werke sind keine Abbildungen der Realität, sondern spiegeln persönliche Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse wieder.

 

 

 

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 3 April 2016
Zusammenfassung: QUILT- UND PATCHWORKAUSTELLUNG
Details :

QUILT- UND PATCHWORKAUSTELLUNG im Heimatmuseum APPELESHOF

Quilts – kreative Stepparbeiten – aus Not entstanden, zum Kunsthandwerk entwickelt

Am Sonntag, 3.April eröffnete das Heimatmuseum APPELESHOF die Saison 2016 mit einer Quiltausstellung der AIDLINGER STICHELTANTEN. Das Museum war geradezu der perfekte Hintergrund für diese Art von Handarbeiten, denn sie haben eine lange, lange Geschichte. Technik und teilweise auch Muster wurden von einer Generation an die nächste weitergegeben. Wahrscheinlich entstanden die ersten Quilts im Orient oder in China, das Museum in Kairo zeigt 3000 Jahre alte Quilts. Sie sind wohl ursprünglich entstanden aus dem Wunsch heraus, alte Kleider und Stoffreste nutzbar zu machen in einer Zeit, in der Textilien noch ein teures und rares Gut waren. In der Regel besteht  ein Quilt aus drei Lagen; zwischen zwei Stoffschichten kommt isolierendes Material -  es konnten außer aufgetragenen Kleidern auch Federn, Wollvlies, sogar Stroh oder trockenes Laub sein – und das Ganze wird mit kleinen Quiltstichen so zusammengenäht, dass plastische Muster entstehen, wie man auf der Abbildung, der Teilansicht eines Quilts, sehr gut sehen kann. To quilt ist ein englisches Wort, auf Deutsch heißt es „steppen“.  Anfangs wurden nicht nur Decken, Kissenplatten und Ähnliches in dieser Technik verfertigt, es ist verbürgt, dass die Kreuzfahrer, die die Quiltarbeiten nach Europa brachten, unter ihren Rüstungen und Kettenhemden wärmende Quilt-Wämser trugen, die auch das Wundscheuern der Haut verhinderten. Auch in Europa konnte sich das Quilten ausbreiten, und schon die ersten Auswanderer von dort brachten es in die „Neue Welt“. Während es in ihren Mutterländern mehr oder weniger aufgegeben wurde, erlangte es  dort eine Blütezeit. Die Oberseite der klassischen amerikanischen Quilts, die Schauseite, ist eine Patchwork-Arbeit, bei der Stoffe möglichst verschiedener Materialien, Muster und Farben – Flicken, wie „patch“ wörtlich übersetzt heißt -  oft sehr kunstvoll zu einer Stoffbahn zusammengenäht werden. Die Muster kommen beim nachfolgenden Zusammenfügen der drei Lagen, dem Quilten, erst so richtig zur Geltung. Man kann ahnen, dass das bei einem größeren Teil, wie einem Bettüberwurf, der in den Blockhütten der ersten Siedler oft der einzige Schmuck war, eine sehr zeitaufwändige Arbeit war, sie wurde in Nachbarschaftshilfe durchgeführt. Wenn die Aidlinger Sticheltanten sich treffen zum gemeinsamen Quilten, folgen sie auch da einer uralten Tradition. Ein kleiner Vortrag über die wechselvolle Geschichte der Quilts stand am Anfang der Ausstellung; auch die Technik wurde gezeigt und erläutert. Es ist erstaunlich, dass selbst bei gleichen Mustern jedes Mal etwas ganz Individuelles und Einmaliges entsteht. Vielleicht bekommen Sie sogar selbst Lust, so etwas Neues und unglaublich Kreatives anzufangen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, am Sonntag, dem 3. April 2016 ins Museum Appeleshof zu kommen. Geöffnet war wie immer von 14 – 18 Uhr und der Eintritt war frei.

Erika Albert-Essig

 

Jahreshauptversammlung Arbeitskreis Heimatgeschichte

Datum: 19 Februar 2016
Details :

Die Mitglieder des Arbeitskreises Heimatgeschichte sowie Gäste treffen sich um 18.00 Uhr zur jährlichen Mitgliederversammlung im Museumsstüble.

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 4 Oktober 2015
Details :

Am Sonntag, 4. Oktober 2015 gab es im Museum „Appeleshof“

Leckeres aus Kartoffeln

Man tut den Schwaben unrecht, wenn man ihnen unterstellt, sie seien beim Essen einseitig auf Mehlspeisen fixiert. Seit der Jungsteinzeit basierte die Ernährung der Europäer überall auf Getreideerzeugnissen. Die Kartoffel kam dann aus Amerika dazu, zwischen 1565 und 1570 ist sie erstmals in Spanien nachgewiesen und breitete sich über Italien langsam weiter aus. Um 1600 galt sie als Zierpflanze, ihrer hübschen Blüten wegen, und wurde in den Gärten der Reichen als Rarität angepflanzt. Dann kam sie als Nutzpflanze in die Hausgärten der Bürger und Bauern. Grundnahrungsmittel wurden die Kartoffelknollen im 17.Jh. zuerst in Irland. Wie wertvoll sie für die Ernährung der wachsenden Bevölkerung werden konnten in einer Zeit, in der auch in guten Jahrgängen die Getreideproduktion nur knapp reichte und Hungersnöte häufig waren, wurde von Gelehrten und Botanikern rasch erkannt. Selbst ein Mann wie Friedrich II. von Preußen, der Alte Fritz, war vom Nutzen des Kartoffelanbaus überzeugt und versuchte, ihn durch zahlreiche „Kartoffelbefehle“ ab 1746 in seinem Land durchzusetzen, anfangs mit nur recht mäßigem Erfolg. Die Bauern wussten nicht, wie die Kartoffel kultiviert werden musste und auch nicht, wie man die Knollen zubereitete. Es wird die „Spätzlesschwaben“ in Erstaunen versetzen – als die „Kartoffelbefehle“ ergingen, war der Anbau der Kartoffel in unserer Region schon bekannt. Sie war als Nahrungspflanze bereits 1701 in Ötisheim durch Waldenser-führer Pfarrer Henri Arnaud eingeführt worden und fand zunächst unter den Waldensern, dann auch bei der übrigen bäuerlichen Bevölkerung, rasch Verbreitung, anfangs wohl als Gartenfrucht. Auch in Gechingen kannte man sie schon früh. In der Besoldungsliste des Gechinger Pfarrers Ehmann von 1750 stößt man bei der Naturalbesoldung durch die bürgerliche Gemeinde auf die Angabe: „Kleiner Zehnten zur Hälfte an Erbis, Wiecken, Linsen, Bohnen, Hanf, Flachs, Kraut, Rüben und Grundbirnen“ (Gechinger Chronik). Auch steht in den Erinnerungen Joachim Nettelbecks, der als Kronzeuge für den Anbau der Kartoffel in Preußen gilt, und als kleiner Bauernbub die Versuche des „Alten Fritz“ Mitte 18. Jh., sie als Nutzpflanze in Preußen heimisch zu machen, miterlebte, dass nach vergeblichen Bemühungen im Jahr zuvor, man im nächsten Jahr „zweckmäßiger verfuhr“. Es heißt da: „Ein Landreiter wurde mitgeschickt, der als geborener Schwabe des Kartoffelbaus kundig war“. Es dauerte zwar auch bei uns noch viele Jahre, bis die Kartoffel aufs Feld kam, in die Dreifelderwirtschaft integriert wurde und der Wandel zur Fruchtwechselwirtschaft vollzogen war. Aber in dieser Zeit der beginnenden Industrialisierung, in der sich überall tiefgreifende Veränderungen anbahnten, musste man sich mit vielem Neuartigen abfinden und dazulernen. Trotz aller Vorbehalte zählte auch bei uns die  Kartoffel bald zu den Grundnahrungsmitteln und die schwäbischen Hausfrauen entwickelten Zubereitungsarten, die sich rasch einbürgerten. Von den „Kartoffeln aus der Hand“ , die mit „gestandener Milch“ und ein bisschen Salz, evtl. noch mit einem Stückchen Butter, als Abendessen sehr beliebt waren (Kartoffeln als Schweinefutter kochte man abends sowieso) bis zu raffinierten Rezepten, wie Schupfnudeln oder saure Kartoffelrädla, oder Hausmannskost wie Gaisburger Marsch oder Kartoffelsalat – es wurde alles gern gegessen. Ich kann gar nicht alles aufzählen, was es bei uns an gängigen Kartoffelspeisen gibt, auch am „Kartoffelsonntag“ im Appeleshof konnten wir nur eine Auswahl zum Verkosten bieten, aber einen Einblick in die inzwischen zur Schwäbischen Küche gehörenden Kartoffelspezialitäten zeigen – mit „Grombira“, die eigens für diesen Tag auf Gechinger Markung von Mitgliedern des Arbeitskreises angebaut wurden. Zum Schluss möchte ich noch auf eine in meinen Augen unvergleichliche Gechinger Spezialität hinweisen: Den „Kartoffelspickleng“, bei dem mir noch im hohen Alter der Mund wässrig wird, wenn ich nur daran denke. Es gab diesen Kartoffelkuchen, als man das Brot noch selbst gebacken hat, am Backtag warm zum Mittagessen. Das Museumsteam freute sich über die große Anzahl interessierter Besucher!

Erika Albert-Essig                                                                                                                            

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 September 2015
Details :

Museum "Appeleshof" zeigte am Sonntag, 6. September 2015

Intarsien-Meisterwerke von Theo Widmann, Deckenpfronn 

Bei einem Besuch in Herrn Widmanns Haus in Deckenpfronn hat man das Gefühl, in eine Schatzkammer eingetreten zu sein. Herr Widmann, der die Ausstellung am 6. September im Appeleshof bestritten hat, legte in dem heute seltenen Beruf des Marketeurs (Intarsienschneiders) als einer der letzten die Meisterprüfung ab. In seinem Haus findet man überall Erzeugnisse dieses uralten Kunsthandwerks. Jedes einzelne Stück ist in seiner Art schön und bewunderungswürdig. Heute noch schafft er neue Werke. Unter Intarsien ist eine Art der Dekoration zu verstehen, bei der auf einer glatten Unterlage verschieden geformte Hölzer in voneinander abweichenden Farben so zusammengefügt werden, dass geometrische Muster oder Bilder entstehen, einem Mosaik oder Puzzle vergleichbar. Schon im 2. vorchristlichen Jahrtausend wurden im Orient Möbel und Wandverkleidungen mit Ein-legearbeiten aus Holz, Elfenbein, Perlmutt oder Schildpatt verziert. Allein aus der Art des verwendeten Materials lässt sich ersehen, dass Intarsien immer ein kostbarer Schmuck waren. Nach Europa kam diese Technik zunächst über Italien, wo sie hauptsächlich Mönche ausübten und vor allem kirchliches Mobiliar damit versahen, z. B. schufen sie herrliche Chorgestühle, teils mit perspektivischen Darstellungen oder auch mit Motiven wie Landschaften oder Szenen aus der biblischen Geschichte. Im 16. Jh. brachten vermutlich ebenfalls Mönche die Intarsienkunst auch nach Deutschland. Zur Herstellung von Intarsien werden Furniere  benötigt, das sind dünne Blätter aus Holz, die durch verschiedene Verfahren von Stämmen abgetrennt werden. Früher musste das mit der Säge von Hand gemacht werden, heute geschieht es maschinell. Herr Widmann besitzt Furniere von Tropenhölzern und anderen Exoten in einer unglaublichen Vielfalt von Farben, aber auch von einheimischen Hölzern, wie das helle Furnier der Birke oder das tiefdunkle der Mooreiche, die vor Jahrtausenden in einem Fluss versunken ist und im Schlamm des Flussbetts unter Luftabschluss ihre fast schwarze Farbe angenommen hat. Als natürlicher Werkstoff zeichnen sich viele Furniere auch durch eine charakteristische Maserung aus, die als Stilmittel eingesetzt werden kann. Um eine Intarsie herzustellen, ist als erstes eine genaue Zeichnung mit einem Tuschestrich von 1/10mm erforderlich, von der mehrere Kopien angefertigt werden. Jedes einzelne Element eines Bildes wird ausgeschnitten, auf das jeweilige Furnier geklebt und mit der Dekupiersäge ausgesägt, wobei mehrere Lagen Furnier zugleich gesägt werden können. Die Dekupiersäge ist eine mechanisierte Laubsäge. Da die Arbeit mit größter Präzision ausgeführt werden muss, damit die einzelnen Bestandteile am Ende fugenlos zusammengefügt werden können, schleift Herr Widmann die Sägeblättchen immer wieder nach – jedes einzelne Zähnchen. Eine andere Technik ist das Ausschneiden jedes einzelnen Stückchens Furnier mit dem Messer. Herr Widmann hat dazu eine ganze Kollektion teils selbst hergestellter besonders geschliffener Messer. Ob Säge- oder Messertechnik, die Herstellung von Intarsien ist ein unglaublich zeitaufwändiges Handwerk, das außer künstlerischem Talent, Geduld, ein gutes Auge und eine sichere Hand verlangt. Die Ergebnisse sind etwas Besonderes und einfach schön. Hervorzuheben ist die Harmonie der Farben. In den 50er Jahren, als Herr Widmann in Stuttgart in die Lehre ging, gab es dort noch drei große Intarsienwerkstätten und die amerikanischen Besatzungssoldaten haben ihnen die Erzeugnisse aus der Hand gerissen. Später ging die Nachfrage zurück. Herr Widmann hat die letzten 35 Jahre seines Berufslebens als Furniermeister in einer Möbelfabrik gearbeitet, nebenher aber immer sein altes Handwerk betrieben und wunderschöne Sachen geschaffen, die man noch mehr schätzt, wenn man weiß, wie viel Können zu diesen Arbeiten gehört. Eine Auswahl war am 6. September im Appeleshof zu sehen. 

Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 2 August 2015
Details :

Ausstellung „175 Jahre Liederkranz Gechingen“ am 2. August 2015 im Appeleshof

 Der nächste Museumssonntag gilt diesmal dem ältesten Verein in Gechingen, dem Liederkranz, gegründet 1840. In diese Zeit, als Württemberg noch Königreich war und es weder Eisenbahnen noch Autos gab, fielen im ganzen Land die ersten Vereinsgründungen. In Gechingen versammelten sich etwa 15 Männer, die unter Leitung des Lehrers Jäßle die ersten Singstunden abhielten. Geprobt wurde anfangs nur im Winterhalbjahr, da im Sommer die Feldarbeit Vorrang hatte. Schon bald tat man sich mit anderen Gesangvereinen zusammen. So entstand 1884 im Gasthaus Krone in Gechingen der Sängerbund „Westgau“. Charakteristisch für diese Zeit ist sind die Sängerwettstreite im Rahmen der Gaufeste, an denen die Gechinger mit überragendem Erfolg teilnahmen. Die schönen, handkolorierten Urkunden in der Ausstellung erinnern daran.

Die beiden Weltkriege hinterließen tiefe Spuren im Vereinsleben, Viele Sänger wurden eingezogen und in den Krieg geschickt. Nur wenige kehrten zurück. Nach dem 2. Weltkrieg musste der Verein 13 gefallene und 8 vermisste Sänger betrauern. Rudolf Unger, dem bereits verabschiedeten Ehrenchormeister, der sich 1941 wieder zur Verfügung stellte, ist es zu verdanken, dass auch im Krieg die chorische Arbeit wenigstens eingeschränkt fortgesetzt werden konnte und der Verein erhalten blieb. Im Mai 1951, beim ersten Gauliederfest, an dem auch das 110jährige Jubiläum des Liederkranzes nachträglich gefeiert wurde, erhielt Rudolf Unger die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde.

Als 1952 im Gechinger Liederkranz auch ein Frauenchor gegründet worden war, konnten nun große Werke für gemischte Chöre in Angriff genommen werden. Die Aufführungen der „Johannespassion“ von Heinrich Schütz und der „Krönungsmesse“ von Mozart bedeuteten für Sänger und Zuhörer gleichermaßen beeindruckende Erlebnisse. In den folgenden Jahren fanden weitere gefeierte Auftritte statt, die sogar zu einer Aufnahme beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart führten. Der Liederkranz Gechingen war im Radio zu hören und eine Schallplatte wurde gepresst. Sie ist in einer Glasvitrine in der Ausstellung zu finden.

Auf die Initiative von Konrektor Hartmut Benzing, der den Liederkranz seit 1971 dirigierte, erfolgte die Gründung eines Jugendchors im Jahr 1981. Die Jugendlichen waren begeistert dabei und es folgten einige Konzertreisen, zum Teil auch ins Ausland. Konzerte, bei denen alt und jung gemeinsam auf der Bühne stehen, sind seither selbstverständlich für die Sängerinnen und Sänger im Liederkranz.

Das 150-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1990 wurde unter Beteiligung vieler Gechinger Gruppen und Vereinen mit einem großen Umzug und einem mehrtägigen Fest gefeiert. Bilder hiervon und einige Filmausschnitte sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Der Liederkranz gewann zunehmend Mitglieder und so folgte ein Umzug vom alten Probenlokal im alten Rathaus in die neu gebauten Räume der erweiterten Gemeindehalle, wo seither alle Sänger und Sängerinnen Platz finden.

Aus den älteren Sängern des Jugendchors entstand 1994 die Gruppe TonArt, die sich mittlerweile als mitgliederstärkster Chor zu einer wichtigen Stütze im Vereinsleben entwickelt hat. Anfang des neuen Jahrstausends begann dieser junge Chor mit eigenen Projekten auf sich aufmerksam zu machen. Zusätzlich zum Auftritt auf der Bühne wurde zum ersten Mal ein mehrgängiges Menü serviert. An Silvester 2009 gab es zum Abschluss der Dinnerparty ein großes Feuerwerk. Aber auch Kinder- und Jugendchor nahmen sich einiges vor. Das Musical „Tabaluga“, die „Schimpfwörter“, ein Weihnachtsmusical und das Projekt „Mendelssohn trifft Jazz“ wurden dem begeisterten Publikum mit sehr großem Erfolg präsentiert.

Die ältere Generation blieb natürlich währenddessen nicht untätig. 2008 wurde „Joseph und sein viel-farbiges Traumkleid“ aufgeführt. Die Sänger trugen passende Gewänder, die in vielen Stunden Handarbeit selbst hergestellt worden waren. Das auffälligste Kostüm hatte Joseph. Es ist in seiner ganzen Pracht ebenfalls ein Teil unserer Ausstellung.

Mit Rektorin Karin Rittig als Leiterin wurde in Zusammenarbeit mit der Schlehengäuschule 2011 ein Kinderchor als weiterer wichtiger Schritt zur Nachwuchsförderung ins Leben gerufen. Seither sorgen dort über 40 Kinder bei eigenen Veranstaltungen oder bei Konzerten des Liederkranzes für Furore. Und so bietet sich für Sängerinnen und Sänger jeglichen Alters im Liederkranz die Möglichkeit, dem schönsten Hobby der Welt nachzugehen. Denn: Singen macht Spaß, im Chor singen macht noch mehr Spaß und mit anderen Chören und Musikern auf der Bühne zu stehen ist das allergrößte!

Für die Besucher der Ausstellung erschließt sich die Geschichte aus 175 Jahren Vereinsleben natürlich über die Exponate, von denen manche so alt sind wie der Liederkranz selbst. Hier lohnt es sich, stehen zu bleiben und sich in die Lektüre zu vertiefen. Wer dazu keine Lust hat, dem fallen die vielen Plakate der einzelnen Veranstaltungen ins Auge, auch alte Fotografien lohnen einen genaueren Blick. Für alle Freunde von bewegten Bildern haben wir aber auch einen ganz besonderen Leckerbissen: Aus vielen Stunden Film- und Tonaufnahmen wurde eine Auswahl zusammengestellt, die einen kompletten Querschnitt des Vereinslebens bietet. Diese Aufnahmen laufen in einer Endlosschleife und können den ganzen Nachmittag lang angeschaut werden.

Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall. Geöffnet ist von 14–18 Uhr bei freiem Eintritt. Der Arbeitskreis und der Liederkranz Gechingen freuen sich auf Ihr Kommen!

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 5 Juli 2015
Details :

Museum „Appeleshof“ zeigte zusammen mit Schlehengäuschule und Kindergarten „Wolfswiesen“

am Sonntag, 5. Juli 2015 "Kinderspiele früher" 

Am vergangenen Öffnungssonntag standen „Kinderspiele aus früheren Zeiten“ auf dem Programm des Gechinger Heimatmuseums. 

Schüler der 3. Klasse der Schlehengäuschule und Kinder der Igelgruppe des Kindergartens „Wolfswiesen“ stellten Ergebnisse der diesjährigen Projektwoche an der Schule vor.

Die Projektwoche fand vom 29. Juni bis 5. Juli 2015 statt. In altersgemischten Gruppen wurden verschiedene Themenbereiche bearbeitet.

Mit Unterstützung von Mitgliedern des Arbeitskreises Heimatgeschichte beschäftigten sich die Kinder mit alten Liedern und Spielen sowie der Herstellung von Spielzeug.

Die Veranstaltung am Sonntag, 5. Juli 2015 im und um das Museum „Appeleshof“ bildete den Abschluss der Projektwoche. Jeweils um 14.00 Uhr, 15.00 Uhr und 16.00 Uhr führten die Kinder den Besuchern Singspiele vor. Außerdem gab es die Möglichkeit, alte Kinderspiele auszuprobieren.

Wir danken den Kindern und ihren Eltern sowie allen Mitarbeitern und Helfern, die trotz größter Hitze die Veranstaltung besucht haben ebenso Frau Reichenberger von der Schlehengäuschule und Frau Vogel vom Kindergarten "Wolfswiesen" mit ihren Helferinnen.

Noch ein Hinweis: Die Kirchstraße ist teilweise gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die Talaue.

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 7 Juni 2015
Details :

Ausstellung zur Geschichte Stammheims im Appeleshof am Sonntag,

7. Juni 2015

Der Arbeitskreis Heimatgeschichte möchte jeweils einen Öffnungssonntag im Jahr einer Nachbargemeinde widmen. Den Anfang machte im letzten Jahr Ostelsheim. Am 7. Juni 2015 war der Nachbarort Stammheim an der Reihe.

Von ihm konnte Interessantes gezeigt werden, wie z.B. die Abbildung eines 250 Millionen Jahre alten Fundes. Die archäologischen Fundstücke reichen bis in die Jungsteinzeit und Bronzezeit zurück. Die Existenz der Kelten und Römer in Stammheim wurde in Schrift und Bild dokumentiert.

Die fränkische Gründung des Orts belegen Grabfunde im Baugebiet „Gänsäcker“.

Eine Besonderheit ist die 1829 entstandene Kinderrettungsanstalt, aus der das heutige Sprachheilzentrum hervorging.

Auf Teilen der Stammheimer Markung entstand Ende der 1950er-Jahre die Graf-Zeppelin-Kaserne.

Nach der Zusammenführung mit Calw 1975 entwickelten sich große Gewerbegebiete, die sich weiterhin vergrößern. Die Einwohnerzahl Stammheims hat sich in den vergangenen 50 Jahren mehr als verdoppelt. Der Ort verfügt unter anderem über ein Gymnasium, Sprachheilzentrum, Förderschule, Freibad und ein Pflegeheim.

Durch den Fliegerangriff kurz vor Kriegsende 1945 wurde ein großer Teil des Dorfs vernichtet. Auch das Ortsarchiv fiel dem Feuer zum Opfer. Durch die Nachforschungen in den letzten 50 Jahren ist trotzdem Vieles aufgearbeitet worden und kann in der Ausstellung gezeigt werden. Der 2009 vom Stadtarchiv Calw herausgegebene Band zur Ortsgeschichte ist inzwischen vergriffen.

Horst Roller

 

.

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 3 Mai 2015
Details :

Museum „Appeleshof“ zeigte am Sonntag, 3. Mai 2015 eine Ausstellung zur

Nachkriegs- und Besatzungszeit, 70 Jahre nach Kriegsende 

Wenn Fritz Roller seine Unterlagen zum Thema Besatzungs- und Nachkriegszeit ausbreitet, werden in uns Älteren unzählige vergessen geglaubte Erinnerungen wach und wecken den Wunsch, den Jüngeren aus dieser Periode zu erzählen. Die Ausstellung dazu im Appeleshof am 3. Mai, 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs, füllte bei Alten und Jungen manche Lücke und weckte oder vertiefte das Interesse an dieser Zeit. Sie war nicht mehr so hochdramatisch, wie während des Krieges, denn unmittelbare Lebensgefahr bestand nicht mehr. Aber der Alltag war unendlich mühsam geworden. Es mangelte an allem, angefangen beim Wohnraum, aber auch an Nahrung, Kleidung, Heizmaterial. Da Gechingen noch ein reines Bauerndorf war, mussten seine Bewohner zwar nicht Hunger leiden, das Dorf wurde aber von Städtern überflutet, die „hamsterten“, wie man es damals nannte. Das Betteln um ein bisschen Milch oder Brot, bis hin zu Tauschgeschäften, bei denen alles Mögliche gegen Lebensmittel eingewechselt wurde, fiel unter diesen Begriff. Lebensmittelkarten gab es bis nach der Währungsreform, als das Geld wieder etwas wert war, doch waren die Rationen nicht ausreichend. In den Städten musste man hungern. Geld hatte seinen Wert weitgehend verloren. Es war die Zeit der „Zigarettenwährung“, doch waren Zigaretten eher in den Städten als bevorzugtes Tauschobjekt verbreitet. Unsere Mutter wurde zum Beispiel für Strickarbeiten u. a. mit Glüh-birnen bezahlt, bei unserem Vater bestand ein Teil seines Lohnes, als er in der Deckenfabrik in Weil der Stadt arbeitete, aus dort fabriziertem Dekostoff und –garn. Das lässt ahnen, was es alles nicht zu kaufen gab. Es wurden einige der mühsam ergatterten „Bezugscheine“ gezeigt, die zum Erwerb ganz alltäglicher Dinge berechtigten. Doch waren die oft trotz Bezugschein nicht aufzutreiben, so dass die Scheine erhalten blieben. Für Flüchtlinge und Ausgebombte, die oft nicht viel mehr hatten als das, was sie auf dem Leib trugen, war die Situation noch viel schwieriger. Man versuchte, sich zu behelfen, so gut es ging und oft wurden alte Techniken wieder angewandt. So kam z. B. selbst hergestellte Butter wieder zu Ehren und geröstete und dann gemahlene Gerste gab einen ganz passablen Kaffeeersatz. Wildbeeren und –kräuter wurden gesammelt, auch Buchele zur Ölgewinnung. U.a. war auch ein selbstgebautes Spinnrad zu sehen, mit dem Schafwolle versponnen wurde. Zusammen mit aufgezogener Wolle aus schadhaft gewordenen Kleidungsstücken konnte man dann wieder Neues aus dem selbst gesponnenen Wollgarn stricken. Verbote und eine Menge bürokratischer Vorschriften machten das Leben zusätzlich schwer, wovon schon unser Ausstellungsplakat eine gute Vorstellung gibt. Unmittelbar nach dem Krieg war der Kreis die größte Verwaltungseinheit. Gerade der Kreis Calw kam dadurch zunächst in arge Bedrängnis. Die landwirt-schaftliche Produktion in dem waldreichen Kreis reichte nicht aus, um die durch Geflüchtete und Ausgebombte stark angewachsene Bevölkerung zu ernähren,  zusätzlich mussten auch die Besatzungs-truppen verpflegt werden. Die Amerikaner halfen dann mit Grundnahrungsmitteln aus. Auch sonst war der Kreis Calw keineswegs autark und weder Handels- noch menschliche Beziehungen wurden berücksichtigt. Da die Franzosen das Bestreben hatten, ihre Zone möglichst abzuschotten und keinerlei grenzüber-schreitenden Handel zuließen, war für Gechingen die Lage besonders prekär, weil zwischen Deufringen und Gechingen die Grenze von der französischen zur amerikanischen Zone verlief. Unser Vater z. B., der damals mit seiner Familie in Stuttgart lebte, durfte seine  Mutter in Gechingen nicht besuchen, da Stuttgart in der amerikanischen Zone lag. Nur Gechinger Bauern, die Felder auf Deufringer Markung hatten, bekamen zur Bewirtschaftung ihrer Felder schon früh einen Passierschein. Erst allmählich lockerten sich die strengen Vorschriften, aber erst mit der Währungsreform 1948 trat die französische Zone der amerikanisch-britischen Bizone bei. Was bei der Ausstellung am 3. Mai an Dokumenten, Andenken und Zeitzeugnissen gezeigt wurde, machte ein hochinteressantes Stück Zeitgeschichte wieder bekannt

Erika Albert-Essig                                                                             

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 5 April 2015
Details :

Museum „Appeleshof“ zeigte am Sonntag, 5. April 2015:

Historische Fotodokumentation von Karl Friedrich Eßig

Zu dieser Ausstellung mit den Fotos unseres Vaters möchte ich zu Beginn aus den Erinnerungen unserer Mutter zitieren, damit verständlich wird, wie kostbar diese erst vor kurzem wieder-gefundenen, verloren geglaubten Schwarzweißaufnahmen sind. Hede Eßig schreibt in einer Zeit, wo wir in ihrem halbzerbombten Elternhaus in Stuttgart nach unserer Flucht ein recht beengtes Obdach gefunden hatten:  "Auch kauft Karl später einen Fotoapparat. Ich überlege mir, ob ich nicht doch gehörig Krach schlagen soll! Wir alle haben noch lange nicht das Nötigste und nun ein Fotoapparat! Es ist die Zeit kurz nach der Währungsreform, und das Geld ist wieder etwas wert. Wieviel Wäsche hätte man dafür kaufen können! Aber ich bringe ihn nicht fertig, den Krach! . . Seiner Liebhaberei verdanken wir so viel Kraft und Hoffnungsfreudigkeit, was zählt dagegen das Geld?“

Als erstes hat Karl Friedrich Eßig in seinem Heimatdorf Gechingen ganz bewusst Dokumentar-aufnahmen gemacht, die den Ort so zeigen, wie er in dieser Zeit war. Sie sind damals in der Landesbildstelle in Stuttgart entwickelt worden. Bei den meisten alten Gechingern werden sie bittersüße Erinnerungen wecken, für die jungen sind es Bilder zum Staunen. Viele Häuser sind verschwunden, andere stark verändert. Die große Ulme an der Krone steht noch, ebenso die ursprüngliche Marienlinde, die mittlerweile gefällt und durch einen jungen Baum ersetzt wurde. Das Kriegerdenkmal ist noch nicht versetzt  und der Bach fließt unverdolt durchs Dorf, die alte Wette wird von Kindern als Badeplatz benutzt. Auch die längst verschwundene Inschrift an der Friedhofsmauer, die an Pfarrer Klinger erinnert, der 56 Jahre lang in Gechingen Pfarrer war, ist noch da. Das sind so die Dinge, die man auf den ersten Blick erkennt. Es lohnte sich aber, genauer hinzusehen. Die Bilder müssen vor der Kanalisation 1951-1953 entstanden sein, noch findet man die Regenrohre an den Häusern, durch die auch das Abwasser vom Spülen usw. abfloss, und die Kandel (Rinnsteine) am Straßenrand. Trottoirs gab es noch nirgends. Fast vor jedem Haus ist noch eine Miste und eine Güllenpumpe, auch Brunnentröge kann man häufiger entdecken. Was aber vor allem ins Auge sticht, ist Brennholz in jeder Form: Große Holzbeigen, frisch gespaltenes Holz, auch mal Ast- oder Meterholz, allüberall. Kein Wunder, damals wurden Herde, Öfen und Waschkessel ausschließlich mit Holz beheizt und man war froh und dankbar, dass es in Gechingen genug davon gab. Was haben wir uns auf die warme Stube bei unserer Großmutter gefreut, wenn die ganze Familie über die Weihnachtsferien nach Gechingen reiste!

Betrachtet man die Straßen, fällt auf, dass noch keinerlei motorisierter Verkehr stattfindet, die einzige Ausnahme bildet das Postauto. Kurz bevor es kam, musste ich immer Omas Hühner von der Straße in den Hof scheuchen. Auf einigen Bildern kann man das Federvieh auf der Straße noch sehen, auch die Kinder spielten selbstverständlich „auf der Gass“. Von den Küh- und seltener Pferdefuhrwerken ging keine Gefahr aus. Vielleicht entdeckte jemand Einzelheiten, die uns noch gar nicht aufgefallen sind! 

Erika Albert-Essig

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 5 Oktober 2014
Details :

Museum „Appeleshof“ zeigte am Sonntag, 5. Oktober 2014

Fotografien von Hildegard Anders

Seit fünfzig Jahren beschäftigt sich Hildegard Anders mit Pflanzen- und Naturfotografie. Sie sagt, sie fotografiere alles, was zu diesem breiten Spektrum gehört, vom ersten Krokus im Frühjahr bis zum Herbstwald. Ihre besondere Spezialität aber sind Blumen und blühende Pflanzen, Sie macht dazu auch Aufnahmen mit Hilfe der Nah- oder Makrofotografie, für die Zusatzgeräte erforderlich sind. Durch sie können die Motive bis zum Maßstab 1:1 fotografisch dargestellt werden. So wird die Schönheit und Besonderheit der kleinen Dinge erschlossen, Zum Beispiel ergeben sich reizvolle Bilder wenn Blüten, wie Sonnenblumen, von Insekten besucht werden.

Von Beginn an hat Frau Anders sich durch Kurse fortgebildet und sich mit anderen Fotobegeisterten ausgetauscht – es gibt ja so unendlich viele Möglichkeiten, die Dinge ganz individuell zu sehen und dies durch die Fotografie dem Betrachter auch zu vermitteln. Auch jetzt nimmt Frau Anders noch an zwei Kursen teil. Die Resultate ihrer Arbeit hat sie in der Gruppe mit Kollegen schon häufig ausgestellt, so in Leonberg in der Volksbank und in der Stadthalle oder in Sindelfingen. 

Dies ist die letzte Veranstaltung im Jahr 2014; das Museum ist dann bis Anfang April geschlossen.

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 7 September 2014
Details :

 

 Museum Appeleshof stand am Sonntag, 7. September 2014

"unter Dampf" 

Technikentwicklung oder Spielzeug? Findige Hersteller haben im 19. Jahrhundert erkannt, dass es einen Markt für Spielzeug gibt, das die technische Entwicklung dieser Zeit darstellt. Weil dies auch in die Bestrebungen der damals Herrschenden in Politik und der aufstrebenden Wirtschaft passte, war der Erfolg vorgezeichnet. 

Mit dem Einzug beheizter und damit funktionsgerechter Küchenherde in die Puppenstuben konnte man zum Beispiel das Bild der Hausfrau bereits im Mädchenalter prägen, wie es Friedrich Schiller ausdrückt: „und drinnen waltet die züchtige Hausfrau“. 

Etwa gleichzeitig waren die aus England kommenden Dampfmaschinen so entwickelt, dass sie als ortsunabhängige Energiequellen in Betrieben und Fabriken eingesetzt werden konnten. Die im „Appeleshof“ gezeigten Modelle – insbesondere der maßstäblich verkleinerte straßentaugliche Dampftraktor - sollten damals vor allem die männliche Jugend beeinflussen, den Weg vom ungelernten Arbeiter zum industriell ausgebildeten Handwerker oder Ingenieur zu gehen.

Erst recht bildhaft wurde der Einsatz der Dampfmaschine beim Verkehrswesen: aus dem Segelschiff wurde der Dampfer und der Eisenbahnzug mit der Dampflokomotive löste die Postkutsche ab.

Unseren Besuchern wollten wir deshalb den „Dampftag“ nicht nur als Spielzeugschau präsentieren, sondern unserem musealen Auftrag entsprechend eine Entwicklung aufzeichnen. Dass diese Entwicklung weitergeht, sieht man an den heute bei der Jugend gefragten IT-Spielzeugen.

Hermann Gökeler

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 3 August 2014
Details :
Museum „Appeleshof“ veramstaltete am Sonntag, 3. August 2014 eine Historische Feuerwehrübung

Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Gechingen veranstaltete der Arbeitskreis Heimatgeschichte im Schwarzwaldverein Gechingen am 3.August 2014 eine historische Feuerwehrübung, der Brandbekämpfung um die Gründungszeit der Freiwilligen Feuerwehr nachempfunden. 

Wenn damals trotz aller Vorsicht eine Feuersbrunst ausbrach, waren alle männlichen Dorfbewohner zu Löscharbeiten verpflichtet. Auch eine Feuerspritze samt Spritzenhaus gab es in Gechingen schon vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Aber viele zusätzliche Ausrüstungsgegenstände, wie Hakenleitern, Helme, Signalhörner, Beile usw. schaffte man erst danach an, auch wurden regelmäßig Übungen abgehalten, was zu einer großen Verbesserung bei der Brandbekämpfung führte.

Wie es in alter Zeit bei Bränden vorgeschrieben war, alarmierte als erstes ein Radfahrer mit einem Hornsignal die Einwohnerschaft. Einst wurde zusätzlich noch das Rathausglöckle geläutet. Gegen 15 Uhr fand im Hof der Marquardtscheuer in der Kirchstraße die Übung mit der feuerwehreigenen historischen Saugdruckpumpe, einer Handpumpe, zu deren Bedienung großer körperlicher Einsatz nötig ist, statt. Die Männer an der Pumpe mussten immer wieder abgelöst werden. Um den Löschwasserbehälter der Pumpe nachzufüllen, wurde eine Eimerkette gebildet – die Eimer mit Löschwasser in einer Menschenkette von Hand zu Hand weitergereicht. Die beteiligten Feuerwehrleute und Helfer trugen Uniformen und Kleider aus der damaligen Zeit. Die zahlreichen Zuschauer erfuhren, wie mühsam und kräftezehrend die Brandbekämpfung dereinst war.

Zum Abschluss des Spektakels drehte noch das Hydrophor mit Schlauchanhänger von 1872 aus dem Museum Appeleshof mit Pferden bespannt eine Runde. Zum Vergleich stand auch ein modernes Löschfahrzeug der Gechinger Feuerwehr bereit.

Im Museum wurde der zum 125jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1997 gedrehte Film gezeigt sowie Fotos aus der Geschichte der Gechinger Wehr. 

Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 Juli 2014
Details :

„Ostelsheimer Geschichte und Geschichten“ am Sonntag, 6. Juli 2014 im Museum „Appeleshof“ in Gechingen

Der Arbeitskreis Heimatgeschichte plant, in den nächsten Jahren jeweils einen Öffnungssonntag einer Nachbargemeinde zu widmen. Den Auftakt machte am 6.Juli 2014 Ostelsheim.

Wenn man ältere Gechinger fragt, welche Vorstellung sie mit dem Nachbarort Ostelsheim  verbinden, kommt oft die Antwort, dass wenn in Gechingen in der „Maianacht“ einem Mädchen von einem Verehrer ein Birkle gesetzt werden sollte, das Bäumchen meist aus dem „Auschdluzer“ (Ostelsheimer) Wald stammte – natürlich durch eine vorausgegangene ziemlich illlegale Aktion. Manche erinnern sich auch noch, dass man zum Bahnhof in Ostelsheim marschierte, wenn man mit der Eisenbahn irgendwohin fahren wollte. Es lohnte sich aber durchaus, mehr über Ostelsheim zu erfahren! Wir zeigten es in der Sonderausstellung am Sonntag, 6. Juli 2014 unter dem Thema „Ostelsheimer Geschichte und Geschichten“. Mit vielen Bildern und kurzen Texten informierte AKH-Mitglied Irmgard Hülse über die Entwicklung des Dorfes mit seinen Menschen und seiner Landschaft. Auch weniger erfreuliche Besonderheiten wollte sie in überschaubarer, rasch und angenehm zu erfassender Weise vorstellen. Besonders freuten wir uns, dass die Ostelsheimer Stubenmusik die Veranstaltung umrahmte.  

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 1 Juni 2014
Details :

Ausstellung Moose und Flechten im Gechinger Museum „Appeleshof“ am 1. Juni 2014

Die Schwarzwaldguides Roswitha Hild und Dr. Robert Strobel stellten Moose und Flechten vor; für Roswitha Hild, die für die Moose zuständig ist, war die Ausstellung zugleich die Abschluss-arbeit ihrer Ausbildung zur Naturpädagogin. Gemein haben Moose und Flechten, dass sie extreme Standorte besiedeln können, z. B. Felsen und Steine, Mauern, Grabsteine, Dächer und die Rinde von Bäumen. Sie sind eher unscheinbar und werden oft kaum wahrgenommen, wenn man sich aber mit ihnen befasst, ist man überrascht von ihrer Vielfalt. Allein bei Moosen gibt es in Deutschland über 1100 Arten. Roswitha Hild zeigte Moose aus der unmittelbaren Umgebung (Umkreis von Gechingen ca. 15 Kilometer Luftlinie) und bei vielen werden wir sie und ihre Standorte wiedererkennen, z. B. auf der Rinde der Trauerweide auf dem Friedhof oder auf den für unsere Gegend typischen Steinriegeln das goldgelbe Seidenmoos, das bei starker Umwelt-verschmutzung verschwindet. Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern, wie sie als Kinder im Wald das Ostermoos geholt haben, mit dem die Nestchen für die Ostereier ausge-polstert wurden. Aktuell interessant ist, dass es noch im Ersten Weltkrieg mit Torfmoos gefüllte Wundkompressen gab, die aufsaugend und entzündungshemmend wirkten. Die Besucher haben erfahren, wozu man Moose früher im Gebrauch hatte, z. B. als Verpackungs- und Dichtungs-material oder als Füllung für Matratzen. Zu Dekozwecken werden Moose heute noch gerne verwendet, man denke nur an die Ausgestaltung von Weihnachtskrippen oder Modelleisen-bahnplatten. Roswitha Hild vermittelte auch Anregungen zu eigenen Basteleien und hofft, dass wir die Pflänzchen, obwohl sie weder Blüten entwickeln noch essbar sind, zukünftig besser wahrnehmen und sie mit anderen Augen betrachten. Allerdings sind Moose nicht überall gerne gesehen, im Rasen z. B. mag man sie gar nicht. Deshalb gab es auch Tipps zur Unterdrückung unerwünschter Moose im Rasen. Allgemein aber haben die Moose positiven Einfluss auf die Umwelt. Viele können Regenwasser speichern und geben es langsam wieder ab, so dass das Auswaschen des Bodens vermieden wird. Sie sind Lebensraum für Kleintiere und Bioindikatoren, weil sie auf Schadstoffe und Umweltverschmutzung schneller reagieren als höhere Pflanzen.

Es gibt Flechten, die den Moosen recht ähnlich sehen, aber sie sind etwas grundsätzlich anderes, nämlich Lebensgemeinschaften von Pilzen und Grünalgen. Das auch bei uns vorkommende arzneilich genutzte Isländisch Moos ist ein Beispiel dafür, es ist in Wirklichkeit eine Flechte. Dr. Robert Strobel stellte Aspekte aus dem Leben der Flechten vor, mit Beispielen aus der Umgebung von Gechingen und aus dem angrenzenden Schwarzwald. Flechten sind sehr genügsam und bescheiden sich mit dem wenigen Wasser, das sie direkt aus der Luft aufnehmen, und den Mineralstoffen, die auf ihre Oberfläche angeweht werden. Wurzeln haben sie nicht. So können sie auch unter den ungünstigsten Verhältnissen gedeihen, wie die Rentierflechte, die im hohen Norden im Winter die Hauptnahrung der Rentiere bildet. Flechten wachsen oft recht langsam, werden dafür aber sehr alt. Sie sind meist unscheinbar, doch merkt man, wenn man gelernt hat, sie zu beachten, dass sie allgegenwärtig sind. 

Erika Albert-Essig 

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 4 Mai 2014
Details :

Rückblick auf Ausstellung am 4.Mai 2014 

„Handarbeit international“ 

Am 4. Mai war eine Handarbeits-Ausstellung ganz besonderer Art zu sehen. Es konnten Arbeiten der „Internationalen Frauengruppe Gechingen“ bewundert werden. Die Internationale Frauen-gruppe ist eine lose Vereinigung von Frauen aus dem Iran, Russland, Polen, Kroatien, Albanien, Tschechien, Brasilien, Italien, der Türkei und auch aus Deutschland. Die weltoffene Gründerin, Farrokh Fajazi, die auch Mitglied im Arbeitskreis Heimatgeschichte ist, stammt aus Persien und lebt mit ihrer Familie schon seit 27 Jahren in Gechingen, wo sie sich mit den Ihren wohlfühlt. Sie spricht sehr gut Deutsch – sie weiß, wie wichtig es ist für menschliches Zusammenleben, wenn „einer des anderen Sprache versteht“, sie kann aber auch nachempfinden, wie es ist, als Frau in ein fremdes Land zu kommen, wenn man sich kaum verständlich machen kann und es schwer hat, Kontakt zu finden. Die Frauengruppe vermittelt durch gegenseitiges Kennenlernen und Erfahrungsaustausch Hilfe zur Integration, bietet aber auch Einheimischen interessante Einblicke in fremde Kulturen und fördert so das Verständnis füreinander. Es ist eine einzigartige Institution, die zwar auf die Initiative einer Frau mit Migrationshintergrund zurückgeht, aber auch für die alteingesessenen Gechinger spricht – man nimmt einander an.

Die Internationale Frauengruppe lädt ein- oder zweimal monatlich ein zu geselligen Treffs, in denen man bei Kaffee und Kuchen zusammensitzt, miteinander redet und zusammen lacht. Doch die Frauen machen auch Handarbeiten, wie sie für ihre jeweiligen Herkunftsländer typisch sind und basteln, backen und kochen Spezialitäten ihrer Heimat. Sie verkaufen ihre Erzeugnisse auf dem Krämermarkt, wo sie großen Anklang finden, und stiften den Erlös z. B. für das Kinder-krankenhaus Tübingen oder Projekte in Afrika oder für die Erdbebenopfer in Haiti. Es gibt auch noch andere

Aktivitäten – so hat die Gruppe z. B auch einen Kinderflohmarkt organisiert oder engagiert sich alljährlich für „Weihnachten im Schuhkarton“.

Was war nun im "Appeleshof" zu sehen? Einige der Frauen, wie Frau Fajazi selber, kommen aus dem Morgenland, wo die Märchen aus Tausendundeiner Nacht herstammen, und wo man prachtvolle Gewänder, Kissen, Teppiche und Wandbehänge zu fertigen versteht. Oder man denke z. B. an  die auch bei uns einst so beliebten bestickten  „Russenkittele“, die wir als Kinder trugen, oder an die farbenprächtigen polnischen, türkischen oder russischen Trachten, mit wunder-schönen Stickereien verziert. Frauen aus diesen Ländern beherrschen zum Teil ganz andere Arbeitstechniken, als die hier üblichen. Frau Fajazi zeigte u.a. Kissen, in die nach Art ihrer Heimat kleine Spiegel eingearbeitet sind, außerdem einen kunstvoll geknüpften Wandbehang. Auch hatte sie einen einfachen Webrahmen vorbereitet. Außer Exponaten wie Perlendeckchen, Stickbildern, Tischdecken usw. wurden aus der aktuellen Fertigung auch Patchworkarbeiten, Socken und Topflappen ausgestellt. Zusätzlich gab es Spitzen zu sehen, die dem Museum kürzlich überlassen worden sind - Klöppelspitzen, Häkelspitzen, Filetstickerei und Filethäkelei.  

Erika Albert-Essig 

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 April 2014
Details :

 

 Wir zeigten am Sonntag, 6. April 2014 „Filme und Dias“

Man ist immer wieder bass erstaunt, wenn man in das Archiv des Arbeitskreises Heimatgeschichte kommt und Fritz Roller einen Teil seiner Schätze ausbreitet – bei einem Aufenthalt dort alles auf einmal zu betrachten, ist wegen der Fülle des Materials unmöglich. Was er allein zum Thema „Gechingen“ an alten und neuen Filmen, Dias und Fotos zusammengetragen hat über das Dorf und seine Bewohner, die Landschaft, die besonderen Ereignisse usw., würde für mehrere Ausstellungen reichen. Die besten und interessantesten Stücke wurden nun ausgewählt und am ersten Museumssonntag des Jahres 2014, am 6. April, im Appeleshof vorgeführt. Fritz Roller hatte fünf Videofilme über Gechingen aus dem Zeitraum von 1941 – 1995 vorbereitet, sowie sechs Diaserien mit Themen wie „Landwirtschaft“, „Handel und Gewerbe“ oder „Alte Häuser“. Er stand für Fragen und

Erläuterungen zur Verfügung. Das Publikum konnte entscheiden, was es sehen wollte. So wurden vor allem die Filme gewünscht, die ein lebendiges Bild des Dorfs und seiner Menschen im Wandel der Zeit zu vermittelten. Bei einem großen Bücherflohmarkt konnten Sachbücher, Romane sowie Kinderbücher günstig erworben werden.

Erika Albert-Essig 

 

 

Jahreshauptversammlung Arbeitskreis Heimatgeschichte

Datum: 24 Januar 2014
Details :

Bericht von der Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises Heimatgeschichte Im Schwarzwaldverein Gechingen e.V.

Am 24.Januar 2014 fand die diesjährige Hauptversammlung des Arbeitskreises Heimatgeschichte im Sportheim statt. Waltraud Lachenmaier begrüßte neben 26 Mitgliedern auch den Vorsitzenden des Schwarzwaldvereins, Heinrich Hamm, sowie Bürgermeister Häußler. 

Sie berichtete über wiederum erfolgreiche Ausstellungen im Museum „Appeleshof“ sowie Im Rathaus anläßlich der Bundestagswahl. Zusammen mit verschiedenen Sonderführungen konnten knapp 2.100 Besucher gezählt werden. Diese Zahl spricht für das große Interesse am Gechinger Heimatmuseum und seinen Ausstellungen.  

Die Vorsitzende wies darauf hin, dass dies nur durch den engagierten und unermüdlichen Einsatz der Mitglieder möglich gewesen sei und dankt allen, die das Museum im Jahr 2013 unterstützt haben.  

Kassenverwalterin Hannelore Richards trug den Kassenbericht vor, Karlheinz Dingler als Kassenprüfer bestätigte die einwandfreie Buchführung und schlug die Entlastung vor.  

Anschließend wurden langjährige aktive Mitglieder durch Heinrich Hamm und Waltraud Lachenmaier mit dem erstmals vom Schwarzwaldverein vergebenen „Schafferpreis“, einem Leistungsabzeichen, geehrt.

 Für ihren Einsatz wurden geehrt: Else und Günther Gehring, Bertele Hennefarth, Gisela Stahl, Hedwig Strauß, Josef Strzempek und Lotte Weiß, Christa Essig und Traude Böttinger erhielten zusätzlich eine Ehrung des Gesamtvereins.

Bei den anstehenden Wahlen stellten sich die seitherigen Amtsinhaber für eine weitere Wahlperiode zur Verfügung: Margot Geisslreither als Schriftführerin, Josef Strzempek als Beisitzer sowie Helga Häberle und Karlheinz Dingler als Kassenprüfer. Alle wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Waltraud Lachenmaier gab noch einen kurzen Ausblick auf die vorgesehenen Aktivitäten des Arbeitskreises in diesem Jahr. Geplant sind wieder vielfältige und interessante Ausstellungen, zu denen der Arbeitskreis Heimatgeschichte schon heute alle EinwohnerInnen in den „Appeleshof“ einlädt. Auch wird eine Ausstellung anläßlich der Europa- und Kommunalwahlen im Rathaus gezeigt unter dem Thema „100 Jahre 1. Weltkrieg“.

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 Oktober 2013
Details :

Das Museum „Appeleshof“ informierte am Sonntag, 6. Oktober 2013 über die

Vorratshaltung in früheren Zeiten

Immer bereitete der Winter, die Jahreszeit ohne Ernteerträge, Sorgen. Die Bauern waren fast ausschließlich Selbstversorger und mussten in der warmen Jahreszeit genug erwirtschaften, um in der kalten nicht Hunger leiden zu müssen. Die Älteren unter uns haben in Kriegs- und Nachkriegszeit noch erfahren, wie es war, als man in Gechingen weitgehend von den Erzeugnissen der eigenen Landwirtschaft leben musste, weil alles, was man dazukaufen musste, streng rationiert war. Die Jüngeren dagegen können sich kaum vorstellen, dass es einst lebenswichtig – überlebenswichtig – war, dass man vorsorgte. Gerade im Herbst mühten sich alle, wenn oft große Mengen Obst oder auch Gemüse anfielen, nichts verderben zu lassen und Vorräte anzulegen. Davon hing es ja ab, dass man gut über den Winter kam. Ein großer Anteil an der Ernährung, einschließlich der Versorgung mit Vitaminen, kam dann dem Sauerkraut zu. Es wurde wieder Kraut eingeschnitten und gezeigt, wie feingeschnittene Krautblätter in die Krautstande, die einst in keinem Haushalt fehlte, portionsweise mit wenig Salz eingefüllt und immer wieder festgestampft wurden, bis sich oben Flüssigkeit bildete. Zum Schluss wird das Ganze mit einem reinen Tuch bedeckt, darauf kamen eingepasste Bretter, mit Steinen beschwert. Die Säurebildung im Kraut ist dem Sauerwerden der Milch vergleichbar. Sie kommt durch Bakterien zustande, die ihre Lebensenergie durch den Abbau von Kohlehydraten zu Milchsäure gewinnen, die konservierend wirkt. Die Herstellung von Sauerkraut auf diese Weise war schon bei den alten Griechen bekannt. Ebenfalls schon im Altertum verbreitete Techniken waren das Räuchern und Einsalzen vor allem von Fleisch sowie das Trocknen oder Dörren von Kräutern und Obst. Hutzeln, Apfelringle oder gedörrte Zwetschgen waren die einzige Leckerei, die Kinder vom Land einst kannten, denn Zucker war noch vor 200 Jahren ein unerschwingliches Luxusgut. Auch die Süße im Hutzelbrot kam anfangs allein von den gedörrten Birnen und so war es einst das einzige süße Weihnachtsgebäck.

Wintergemüse, Kartoffeln und Rüben wurden in Hausnähe in Mieten eingeschlagen – das waren Gruben, mit Erde und Stroh gut abgedeckt, damit der Inhalt vor Kälte geschützt war. Im Keller hatte man einen kleinen Vorrat in Kisten, Gemüse wie gelbe Rüben auch in Sand, weil man bei Frost die Mieten nicht öffnen konnte. In trockenen Kellern war auch der Platz für Obsthurden, auf denen man Äpfel und Birnen lagerte, sonst standen die Hurden in einer geeigneten Kammer.

Alle Methoden zum Konservieren von Lebensmitteln zielen darauf ab, die für Fäulnis- und Schimmelbildung verantwortlichen Mikroorganismen abzutöten oder in ihrer Entwicklung zu hemmen. Pasteur bewies im 19. Jahrhundert, dass das durch Erhitzen erreicht werden kann. Die Erkenntnis, dass durch Hitze keimfrei gemachte Lebensmittel, luftdicht verschlossen in Dosen oder Flaschen, sehr lange haltbar sind, war Grundlage der Konserven-industrie. Aber auch die bäuerlichen Haushalte konnten davon profitieren. Vor allem für die Wurst aus eigener Schlachtung setzten sich Dosen durch. Mit Hilfe eines handbetriebenen Dosenschneiders konnten die gefüllten Dosen verschlossen werden. Beim Öffnen der Dosen wurde der Deckel zerstört, jedoch konnte durch sorgfältiges Abschneiden der Dosen am oberen Rand mit dem Dosenschneider und einem neuen Deckel die Dose erneut verwendet werden, wobei sie jeweils etwas kleiner wurde. Wir konnten einen Dosenschneider in Aktion zeigen. - Auch das Eindünsten beruht auf diesem Prinzip; das Einmachgut wurde konserviert durch Erhitzen in Gläsern mit Rand, auf den ein Gummiring kam. Darauf wurde der Deckel gesetzt, der mit einem Metallbügel verschlossen wurde. Dieser durfte erst nach vollständigem Abkühlen entfernt werden. Im Glas war dann ein Unterdruck entstanden, der es luftdicht abgeschlossen hielt. Als mit der Zuckergewinnung aus Rüben der Zucker viel billiger und zum Lebensmittel für alle wurde, verwendete man auch Zucker als Konservierungsmittel, auf dem Land vor allem zur Herstellung von „Gsälz“. Dessen Zuckergehalt muss so hoch sein, dass er den Mikroorganismen das Wasser entzieht, das sie zum Leben brauchen. – Das Haltbarmachen durch Tiefgefrieren ist seit den 1930er Jahren bekannt, setzte sich aber allgemein erst nach 1960 durch. In Gechingen wurde schon 1956 eine Gefrieranlage angeschafft, seitdem ist diese moderne Art der Vorratshaltung mit all ihren Vorzügen hier verbreitet. 

Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 1 September 2013
Details :

 Museum Appeleshof zeigte am Sonntag, 1. September 2013

„Vielfältiges Glas

Wenn wir einmal darauf achten – auf Schritt und Tritt begegnen wir Glas in den verschiedensten Funktionen, sei es am Bau, am Auto, in der Küche, am Arbeitsplatz, im chemischen Labor oder an wissenschaftlichen Geräten wie Mikroskopen oder Teleskopen. Glasperlen waren zur Kolonialzeit ein wichtiges Tauschobjekt und werden heute noch in Werkstätten gefertigt, ebenso Imitate für Halbedelsteine aus geschliffenem, farbigem Glas oder hochwertiger Christbaumschmuck. In unserem Museum befindet sich eine über 1300 Jahr alte Perlenkette aus einem alamannischen Frauengrab. Und immer noch sind Forscher damit beschäftigt, neue Glasarten und neue Verwendungsmöglichkeiten zu finden. Glas lässt sich formen durch Pressen, Blasen, Schleudern, Spinnen (Glaswolle), Walzen und Ziehen, es kann veredelt werden durch Beschichten und Schleifen, bei hochwertigen oder künstlerischen Objekten auch durch Gravur, Ätzung oder Glasmalerei.
 Wie gut, dass wir mit Gerhard Brill einen Spezialisten für Glas in unseren Reihen haben, der die Glasbläserei schon selbst betrieben und dabei gelernt hat, sich für das vielseitige Material Glas zu begeistern! Die Gäste konnten eine Sammlung von Gegenständen aller Art aus Glas bewundern, die von Glasgeschirr in seiner ganzen Vielfalt bis zum Industrieglas, von Kunstgegenständen bis zum Glasschmuck die gesamte Palette der Möglichkeiten des Werkstoffs Glas umfasst, darunter auch viele seltene und kostbare Einzelstücke. Außerdem hatten sie Gelegenheit, Glasbläser Giesa aus Alpirsbach bei der Arbeit zu erleben, einen der wenigen Vertreter dieses alten Kunsthandwerks , die es heute noch gibt.
Herr Brill führte den Besuchern außerdem die Zutaten vor, aus denen schon die alten Ägypter vor 4000 Jahren Glas hergestellt haben – sie sind einfach und ohne großen Aufwand zu beschaffen. Hauptbestandteil ist feinkörniger, weißer Quarzsand, möglichst frei von Verunreinigungen. Zur Glas-herstellung muss das Quarz geschmolzen werden. Da sein Schmelzpunkt mit 1700 – 1800°C sehr hoch ist, wird zur Verflüssigung im Glasofen Soda als Flussmittel eingesetzt. In Ägypten wie im ganzen vorderen Orient gibt es Natronseen, aus denen Soda leicht gewonnen werden kann. Mit Soda von dort stellten später auch die Römer ihr Rohglas her. Zu Sand und Soda kommt noch Kalk als Stabilisator, der dem Glas Härte, Glanz und Haltbarkeit verleiht. Noch heute macht das Kalk-Natronglas 90% der Glasher-stellung aus, die Soda dazu wird synthetisch hergestellt. Bei Bleikristall wird der Kalk durch Bleioxid (Mennige) ersetzt. Auch andere Zusätze z. B. Metalloxide für farbige Gläser sind je nach späterer Verwen-dung möglich. Bei hoher Temperatur verbinden sich die geschmolzenen Rohstoffe miteinander. Durch schnelles Abkühlen erstarrt die Masse dann zu Glas. Während hierzulande zur Römerzeit Glasbarren aus Rohglas eingeführt und in einheimischen Glashütten nur weiterverarbeitet wurden, stellte man im Mittelalter und in der frühen Neuzeit (12.–17.Jh.) vor allem das sogenannte durch Verunreinigung meist grün gefärbte Waldglas her, in dem die Soda durch Holzasche ersetzt wurde. Auch im Schwarzwald wurde einst im großen Stil Glas erzeugt. Die Glashütten wurden im Wald errichtet, weil der Holzverbrauch ungeheuer-lich war – zur Aschegewinnung und zur Befeuerung. Wenn rings um eine Glashütte das Holz aufge-braucht war, erbaute man an anderer Stelle eine neue. Durch diesen Raubbau hat damals auch der Schwarzwald sehr gelitten. - Wir zeigten Abbildun-gen zum Thema „Glas“ aus dem 15. und 17. Jh., sowie im alten Ägypten.
Heute wird Flachglas für Fenster, Spiegel, Bildschirme gegossen oder gewalzt, Hohlformen wie Gläser oder Flaschen sind mehrheitlich gepresst, mundgeblasenes Glas spielt nur noch eine Rolle bei kunstgewerblichen Erzeugnissen und Glaskunst, sowie für kostbare Vasen und Weingläser oder für Glasapparaturen im Labor. Von der ganzen Vielfalt dessen, was man aus Glas alles machen kann, war am Museumssonntag etwas zu sehen.
 
Erika Albert-Essig
 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 4 August 2013
Details :

Museum „Appeleshof“ zeigte am Sonntag, 4. August 2013

Alte Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte

Die sehr erfolgreiche Ausstellung „Alte landwirtschaftliche Fahrzeuge und Geräte“ machte wieder einmal deutlich, welche tiefgreifenden Umbruchzeiten unser Land und mit ihm unser Dorf in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt hat. Diejenigen unter uns, die sich an den mühsamen Alltag im noch völlig landwirtschaftlich geprägten Gechingen erinnern können, haben es heute schwer, den Jüngeren ihr Leben von damals verständlich zu machen. Unser Plakat zeigt eindrucksvoll den harten Alltag von einst. Teils war ein Kuhgespann mit Vorspann nötig, um im Frühjahr Mist und Gülle auszubringen - die Wege waren oft steil und in schlechtem Zustand. Aber auch das Mähen von Gras und Getreide, das Einbringen der Ernte, das Melken, Dreschen und noch viele andere Verrichtungen, wie sie eben im Lauf des Jahres anfielen - alles musste mit Muskelkraft von Mensch und Tier bewältigt werden. Der Wandel in den 50er Jahren krempelte alles um. Das Dorf hatte seit dem 19. Jh. immer so um die 1.000 Einwohner, diese konnten durch die Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt bestreiten, andere Möglichkeiten gab es kaum. Als ab 1950 die Bevölkerung sprunghaft anstieg und für die Neubürger, die größtenteils in den Industriebetrieben in Böblingen/Sindelfingen beschäftigt waren, Schichtbusse eingerichtet wurden, ergaben sich auch für die alteingesessenen Gechinger neue Perspektiven.

In der Landwirtschaft existierten Tradition und Moderne zunächst nebeneinander, aber bald waren Schlepper, Mähmaschinen, Häcksler, Melk- und Dreschmachinen überall im Gebrauch, und mit dem Einzug der Maschinen wurde bei Bauer und Bäuerin der Alltag leichter. Doch nahm eine Entwicklung ihren Anfang, die die Landwirtschaft vor allem für junge Leute zunehmend unattraktiv machte. Die Rinder wurden als Zugtiere nimmer gebraucht, durch die Milchquotierung und Schließung der Molkerei warf die Milchviehzucht keinen Gewinn mehr ab, und auch beim Ackerbau änderte sich alles. Die Nutzfläche verkleinerte sich kontinuierlich, ebenso die Zahl der landwirtschaft-lichen Betriebe. Damit die teuren Maschinen sich überhaupt lohnten, musste der Hof groß genug sein. Heute ist Gechingen vor allem eine Wohngemeinde, wenn es auch noch einige wenige hauptberufliche Landwirte gibt. So ging die Ära der kleinbäuerlichen Familienbetriebe, die viele Jahrhunderte lang unser Dorf geprägt hat, unwiderruflich zu Ende und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Geräte, einst der Stolz ihrer Besitzer, wurden nun im Museum gezeigt, als Relikte aus vergangener Zeit.

Das Schwergewicht unserer Ausstellung lag auf den landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen,  und vor allem die Männer hatten ihre Freude an alten Traktoren, Pflügen, Eggen, Heuwender, Radhacke, Kartoffelroder usw. Daneben zeigten wir auch Geräte wie verschiedene Gabeln, Rechen, Sensen, Dengelstock, Büschelesbinder u.ä. Wir konnten ca. 400 Besucher begrüßen.
 
Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 7 Juli 2013
Details :

Das Museum „Appeleshof“ gab am Sonntag, 7. Juli 2013

„Einen Einblick in Gechingens reiche Pflanzenwelt“

An diesem Öffnungssonntag wollten wir blühende Pflanzen der Jahreszeit ausstellen. Pflanzen, die lebhaft gefärbte Blütenkronen in vielfältiger Ausgestaltung entwickeln, bedienen sich zur Fort-pflanzung verschiedener Insekten wie Bienen, Hummeln, Schmetter-linge, die den männlichen Blütenstaub oder Pollen auf die Narbe des Fruchtknotens, den weiblichen Teil der Blüte, übertragen. Man kann also sagen, dass wir die ganze Blütenpracht der Bestäubung durch Insekten verdanken, die durch sie angelockt werden sollen. Während es den in den Blüten gebildeten Nektar aufnimmt, wird das Insekt mit Blütenstaub aus den Staubbeuteln am Ende der Staubfäden förmlich eingepudert und überträgt so den Blütenpollen von Blüte zu Blüte, der dabei auf die Narbe gelangt. Im Lauf der Zeit haben sich Insekten und Blüten perfekt aufeinander eingestellt; oft sind Blüten so gebaut, dass nur bestimmte Insekten zu ihrer Bestäubung in der Lage sind – manche können nur von Hummeln und wieder andere nur von Schmetterlingen bestäubt werden. Die Haselwurz z.B. hat sich auf Pilzmücken spezialisiert – Form, Farbe und Geruch der bodennahen Blüte täuscht die Mücken. - Die allermeisten Blüten sind zwittrig, enthalten also Staubblätter und einen oder mehrere Fruchtknoten jeweils mit Griffel und Narbe. Um Selbstbestäubung zu vermeiden, die bei Samen- und Fruchtbildung oft zu ungünstigen Ergebnissen führt, sind teilweise recht raffinierte Vorkehrungen getroffen, z.B. werden Staubfäden und Griffel mit Narbe in einer Blüte nacheinander ausgebildet, sodass Insekten bei der Honigsuche den Pollen nur von jungen Blüten aufnehmen, mit dem sie die älteren Blüten bestäuben, die ihren Pollen schon abgegeben haben und bei denen nun Griffel und Narbe ausgereift sind. Das bekannteste Beispiel dafür ist der Salbei.

Natürlich konnten wir nur Sommerblumen zeigen. Vor allem im Wald findet man dann ganz andere Blumen als im Frühjahr – die Zeit, ehe der Wald sich belaubt, wird von Pflanzen genutzt, die einen Vorratsspeicher haben wie Zwiebeln oder einen Wurzelstock wie Anemonen, um in der Zeit ihrer Blüte dem „Schattendasein“ zuvor zu kommen. Im Sommerwald dagegen kann man Schattenpflanzen, wie z.B. den vielblütigen Salomonsiegel, die Einbeere und das kleine Springkraut, bei uns auch die Bärenschote und die Schwalbenwurz, die beide kalkliebend sind, entdecken, und wenn man Glück hat, die Vogelnestwurz – trotz ihrer unscheinbaren Erscheinung eine Orchidee. Es kommt also auf die Jahreszeit, den Standort und die Beschaffenheit des Bodens an, welche Blühpflanzen man findet. Unser Plakat gab eine gute Vorstellung davon, wie farbenprächtig Wiesenblumen sein können–sie müssen so farbintensiv sein, damit sie in den Gräsern von den Insekten wahrgenommen werden. Auch Hahnenfuß und Glockenblumen und noch viele andere gehören zu dieser Pflanzengesellschaft auf der Wiese. Wo die Wiesen feuchter werden, dem Bach zu, machen sich wieder andere Pflanzen breit. Und wenn man dem Wasserlauf näher kommt, kann man oft schon in einiger Entfernung den charakteristischen Geruch von Mädesüß wahrnehmen, dazu gibt es Brunnenkresse, Bachweidenröschen oder die riesigen Blätter der Pestwurz. Viele Blumen entwickeln Duftstoffe, die ebenfalls dazu bestimmt sind, Insekten anzulocken, gerade dann, wenn sie nur kleine Blütenkronen entwickeln können, etwa weil sie auf den bei uns typischen Kalkmagerwiesen oder Wüsten wachsen, wo sie sich immer gegen Austrocknung schützen müssen. Oft haben die Pflanzen dann auch kleine Blätter und verholzte Stängel. Ein typisches Beispiel ist der Thymian, aber auch Pfeilginster, Kreuzblumen und Flockenblumen gibt es dort. Eine Fülle von Blumen, die meist gar nicht gern gesehen werden, wachsen auf Äckern und im Getreide, zu ihnen gehören die Kornblume und der Klatschmohn, der Erdrauch und die Ackerwinde. Manche von ihnen kommen auch auf den Steinriegeln fort. Die Besucher konnten etwa 200 verschiedene Blumen und Pflanzen sehen. Ergänzt wurde die Ausstellung durch eine Auswahl von Blumenbildern, die Traudl Schorpp gemalt hat. 

Erika Albert-Essig

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 2 Juni 2013
Details :

Im Museum „Appeleshof“ wurden am 2. Juni Schullehrtafeln ausgestellt

Wir beobachten immer wieder, dass von den jüngsten bis zu den ältesten Museumsbesuchern die Schule, wie sie früher war, auf großes Interesse stößt, ob sie sich nun, wie die Älteren, in ihre Kindheit zurück-versetzen lassen oder ob sie die Schule von einst mit der der Gegenwart vergleichen, wie es bei den Jüngeren unter ihnen der Fall ist. Es besteht fraglos eine gewisse Neigung, auf die Schule von einst herabzusehen, bei vielen wird sie auch als öde, langweilig und nur aufs Auswendiglernen fixiert beschrieben. Teilweise war es auch so, gewiss – aber dass man sich schon vor weit über 100 Jahren darum bemüht hat, den Wissensstoff anschaulich zu machen, das beweisen die Schullehrtafeln, die am 2. Juni im Appeleshof gezeigt wurden. Es dürfte höchst selten sein, dass der gesamte Bestand einer Schule an diesen mittlerweile raren Stücken erhalten geblieben ist, wie bei uns in Gechingen. Es hat sicher auch nicht überall einen so umfangreichen Fundus gegeben. Mir sind aus meiner außerhalb Gechingens absolvierten Grundschulzeit, die freilich in den zweiten Weltkrieg fiel, jedenfalls Tafeln dieser Art nicht im Gedächtnis geblieben und nachher, auf dem Gymnasium, auch nur eine, die den Menschen darstellte und den Blick auf seine inneren Organe freigab.

Schon im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts kamen die Schullehrtafeln auf, als Deutschland sich anschickte, zu einer bedeutenden Industrie- und  Wissenschaftsnation zu werden. Vor allem die Naturwissenschaften faszinierten die Bürger – wenn man zeitgenössische Bücher, Zeitungen oder Bilder studiert, fällt immer wieder auf, dass beim Sonntagsspaziergang die Botanisiertrommel oder ein Schmetterlingsnetz dabei war oder dass Buben sich ein Terrarium anlegten oder anlegen wollten. Dass durch Lehrtafeln schon Schulkindern auch komplizierte  Erkenntnisse, insbesondere im Bereich der Naturwissenschaften, hervorragend vermittelt werden konnten, war bald augenfällig und etwa ab 1870 kam es zu einem regelrechten Boom. Die Darstellungen erstreckten sich auf immer mehr Gebiete; für Geschichte, Erd-, Heimat- und Völkerkunde oder auch Religion wurden Lehrtafeln hergestellt, und sogar der Verkehr und seine Entwicklung  ein Thema. Von den Schülern wurden die Lehrtafeln von Anfang an gerne angenommen – sie waren noch nicht von der Bilderflut des Fernsehens überschwemmt. Mit der Zeit wurden Lehrtafeln auch  zum gefragten Exportartikel.

In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren bereits Bestrebungen im Gange, den Schulalltag etwas zu lockern (wenn sie auch nicht immer umgesetzt wurden) und man bediente sich dazu besonders gern der Lehrtafeln – schon weil man nichts anderes hatte. Ich erinnere mich, dass unser Vater, damals Lehrer in Dagersheim, mir als etwa Zwanzigjährigen, in einem der letzten Jahre vor seinem Tod 1956 den Auftrag erteilte, auf großen Bögen Zeichenpapier in Schönschrift Kniffliges aus Orthographie und Grammatik groß aufzuschreiben, die Schwierigkeiten rot hervorzuheben und die breiten Ränder mit bunten Blumen zu verzieren – er versuchte wohl so, das Einsatzgebiet der Lehrtafeln noch zu erweitern. Durch das Auge prägt sich eben manches besser ein als durch das Ohr. Das gilt noch heute, wenn auch die Lehrtafeln längst, durch neue Medien verdrängt, aus den Schulen verschwunden sind. Inzwischen sind sie begehrte Sammlerstücke. Viele Besucher ließen sich durch den alles andere als trockenen Lehrstoff aus vergangener Zeit in unserem Museum erfreuen!

Erika Albert-Essig 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 5 Mai 2013
Zusammenfassung: Heimatmuseum Appeleshof geöffnet
Details :

Kunsthandwerk aus Holz am Sonntag, 5. Mai 2013 im Museum „Appeleshof“

Wie bei Textilien geht das Gestalten mit Holz schon von Beginn an über das nur Zweckmäßige hinaus, immer finden sich darunter auch spielerische oder künstlerische Arbeiten, wobei diese manchmal der Verschönerung von Nützlichem dienen, häufig aber auch ihre eigene Bedeutung haben – man denke nur an geschnitzte Heiligenfiguren. Der Werkstoff Holz stand in unserer Region überall reichlich zur Verfügung und hat schon in frühester Zeit den Menschen zum Bau von Behausungen und zur Herstellung aller möglichen Gebrauchsgegenstände gedient, nur ist davon wenig erhalten geblieben, da Holz im Gegensatz zu Stein und Metall vergänglich ist. Man kann aber davon ausgehen, dass die verschiedenen Techniken der künstlerischen Holzbearbeitung auf sehr alte Handwerkstraditionen zurückgehen, die im Lauf der Zeit immer weiter entwickelt und verfeinert wurden. Natürlich waren, wie bei der Malerei, zunächst vor allem die Kirche oder weltliche Herrscher Auftraggeber des Kunsthandwerks, doch gab es bisweilen schon früh z. B. an bürgerlichen, ja sogar an bäuerlichen Fachwerkhäusern allerhand geschnitzten ornamentalen oder auch figürlichen Schmuck, wofür unser Gechinger Ufemärgemänndle, das einst einen Eckbalken zierte und jetzt im „Appeleshof“ seinen Platz hat, ein schönes Beispiel ist. Auch hölzernes Mobiliar und Hausgerät, einst ausschließlich von Handwerkern hergestellt, sollte auch bei wohlhabenden Bürgern und Bauern dem Auge wohlgefällig sein und wurde mit Schnitzereien geschmückt. „Das Werk sollte den Meister loben“, wie es Schiller im Lied von der Glocke ausdrückt.

Am Öffnungssonntag im Mai gab es die Möglichkeit, einige solche Meister kennenzulernen samt einer Auswahl ihrer besonders gelungenen Werke. Teilweise konnten die Besucher auch zuschauen, wie Holzarbeiten entstehen. Walter Dingler stellte auf seiner Drechselbank Teller und Schalen aus verschiedenen Holzarten her. Günther Hosak führte vor, wie man Ornamente schnitzt. Kindern und interessierten erwachsenen Besuchern zeigte er den Umgang mit Schnitzwerkzeugen, kleine Blütenblätter konnten angefertigt werden. Er stellte auch verschiedene Standuhren aus, die er mit einem Gehäuse im Barockstil versehen hat. Er tritt damit die Nachfolge der gerade in Württemberg zahlreich vertretenen berühmten Ebenisten (Kunstschreiner) an. Der bekannteste von ihnen ist wohl Johannes Klinckerfuß (1770 – 1831), der viele Luxusmöbel für König Friedrichs Schloss in Ludwigsburg angefertigt hat, wo man sie heute noch bewundern kann.

Hans Rometsch dagegen macht aus dünnen Stäben verschiedener Hölzer Windspiele, die sich heute wieder zunehmender Beliebtheit erfreuen. Und Ulrich Spreer stellt Einlegearbeiten (Intarsien) aus verschiedenen Hölzern her, – Arbeiten, die viel Geschick, Geduld und eine ruhige Hand erfordern. Er hat sich auf Intarsienbilder spezialisiert. Die meisten zeigen Blumen, es gibt aber auch andere Motive. Ingo Körber, Inhaber der Firma „Wurzelkönig“, stellte eine Auswahl der von ihm geschaffenen Kleinmöbel, aber auch Holzfiguren zur Schau aus. Eine ganz andere Art von Holzarbeit sind die Modelle, die Karl Löffler aus Dachtel von landwirtschaftlichen Geräten und Anwesen verfertigt hat – originalgetreu sind z. B. Gülle- und Heuwagen, Pflug, Egge, Schinderkarren, das Dachteler Backhaus und ein Schwarzwaldhaus mit allem Drum und Dran nachgebildet, sorgfältig und liebevoll bis ins Kleinste ausgeführt. Es war eine sehr vielfältige und lehrreiche Ausstellung, die zahlreiche interessierte Besucher angezogen hat..

Erika Albert-Essig 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 7 April 2013
Details :

Heimatmuseum „Appeleshof“ zeigte am Sonntag, 7. April 2013

Handarbeiten

Gleich die erste Sonderausstellung im Jahr 2013 interessierte mehr als 300 BesucherInnen. Sechs Künstlerinnen zeigten traditionelle Handarbeits-techniken. Die Besucher konnten einer Klöpplerin und je einer Frau beim Stricken und Häkeln „auf die Finger schauen“.

Auch drei Stickerinnen stellten ihre Arbeiten vor. Zwei sind auf Hardanger Stickerei spezialisiert, einer Durchbrucharbeit, die in Verbindung mit anderen Stickereitechniken, wie Flachstich-, Kreuzstich-, Gobelin- und Zopfstichstickerei die

vielfältigsten Möglichkeiten eröffnet, und eine Dritte demonstrierte, was man mit Kreuzstichtechnik alles machen kann. Auch Patchwork-Arbeiten waren zu sehen und Kinder konnten Freundschaftsbändchen herstellen. Dazu wurden besonders schöne Stücke aus dem Museumsbestand ausgestellt.

Erika Albert-Essig

 

 

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 4 November 2012
Details :

Das Museum Appeleshof zeigte am Sonntag, 4. November 2012 eine ungewöhnliche Sammlung „Lederfiguren aus dem 19. Jahrhundert“

Was Frau Rieder von ihren Großeltern geerbt hat, ist ebenso reizvoll wie rätselhaft. Die beiden müssen geschickte Hände gehabt haben. Der Großvater, Hans Bickel hat eine ganze Kollektion etwa fingerlanger Figuren geschaffen, die aus steifem Leder geschnitten oder vielleicht besser, geschnitzt sind. Sie können in einen kleinen Sockel eingepasst und dann aufgestellt werden. Die Figuren sind individuell gestaltet und mit charakteristischer Kleidung versehen, die mit einfachsten Mitteln gestaltet wurde. Für die Bekleidung sei ihre Großmutter zuständig gewesen, erzählt Frau Rieder. Das Ergebnis ist bewundernswert – ich habe etwas Ähnliches noch nie gesehen.

\"\"

Hans Bickel und seine Frau waren Schweizer Bürger, die meisten Figuren sind dementsprechend Schweizern nachgebildet. Auf handgeschriebenen, leider nicht mehr vollständigen Blättern, sind sie namentlich aufgelistet und genau beschrieben–vielleicht zugleich als eine Art Arbeitsanleitung: z. B. „Burgi, Kleinbauer, groß, magere Beine, helles Leder, schwarze Tricothosen, schwarze Strümpfe, heller Tricotrock, grüner Hut (Futterstoff), gutes, helles Gesicht, schmaler Kopf. (schlank, erscheint als älterer Mann), Burgi, Walter, Sohn, Senn, gutes helles Leder, gut gearbeitete Beine, starke Kniee, gutes, deutliches Gesicht, schwarze Tricothosen, weißes Hirtenhemd.“ Die beiden sind dem Ort „Wildtobel“ zugeordnet. Daraus und noch aus anderen Ortsbezeichnungen, die aufgeführt sind, wie Schächental, Weisstannen, Flüeli Dorf und Flüeli See, lässt sich schließen, dass Bickel Personen aus einer ländlich geprägten Alpenregion nachgebildet hat. Als Berufs-bezeichnungen der fast ausschließlich männlichen Figuren überwiegen Bauern, Sennen, Holzschnitzer. Frau Rieder erinnert sich, dass sie als Kind oft mit den Figuren gespielt hat, zumal es auch Bäume und Kühe zum Aufstellen gibt, sodass sich ganze Landschaften gestalten lassen. Was aber ursprünglich mit den Figuren dargestellt werden sollte, weiß selbst Frau Rieder nicht. Manche Figuren sind genauer charakterisiert. Offenbar will ein Oberst Reding (grüner Rock, blaue Militärhosen, groß, altes dunkles Leder) eine Genossenschaft gründen gegen den Widerstand vor allem von Großbauern. Näher beschrieben von seinen Gegnern ist vor allem „Amstutz Hans“. Nachdem seine Kleidung geschildert wurde steht da: „Altes Bauern-adelgeschlecht. Besitzer von herrschaftlichem Hof, viel Wald, Steingrube. Für Wiederherstellung früherer Vorrechte des Adels. Politisch reaktionär gegen Genossenschaft…gegen Reding und seinen Anhang. Hemmungslos in Verteidigung der Interessen seiner Klasse. Intelligent, brutal…Gegen Einschränkung der Herrenjagd, gegen Genossenschaft der Jäger usw.“\"\"

Vielleicht wollte Hans Bickel in einem Schaubild den Konflikt zwischen fortschrittlichen Genossenschafts-anhängern und ihren reaktionären Gegnern dar-stellen. Es existiert dazu auch ein Plan, eine Art Karte, aber ohne jede Beschriftung. Vielleicht versteht man besser, was Hans Bickel beabsichtigte, wenn man seine Lebensgeschichte kennt. Wie viele wohlmeinende Menschen in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begeisterte er sich als junger Mann für die Ideen Lenins, der sich ja längere Zeit im Exil in der Schweiz aufhielt. Er erhoffte sich von der Verwirklichung von Lenins Ideen ein besseres Leben für die armen Leute. Das ging so weit, dass einer seiner Söhne nach Russland auswanderte und bitter enttäuscht kurz vor dem 2. Weltkrieg in die Schweiz zurückkehrte. Doch Hans Bickel engagierte sich zeitlebens weiter für die Schwachen und Unterdrückten. Das bezeugen Figuren aus anderen Kulturkreisen, die er auch geschaffen hat, z. B. die Gegensatzpaare Kolonialherren–Schwarzafrikaner oder weiße Siedler und Trapper und Indianer. Frau Rieder weiß noch, dass er sich ausführlich mit den Lederstrumpf-Romanen beschäftigt hat, die diese Auseinandersetzung beschreiben.

Ein Teil der Figuren ist im Kinderzimmer des Museums „Appeleshof“ zu sehen.

Erika Albert-Essig

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 2 September 2012
Details :

Museum Appeleshof zeigte am 2. September und 7. Oktober 2012

„Leben und Wohnen in den 50er Jahren“

Diejenigen unter uns, die die fünfziger Jahre erlebt haben, dürften voneinander abweichende Erinnerungen haben. Oft werden diese Jahre als Zeit des Stillstands beschrieben. Das mag für die Alteingesessenen in den Städten zutreffen, für weite Teile der Bevölkerung aber wie Heimatvertriebene, Spätheimkehrer und alle, die sich eine neue Existenz aufbauen mussten, war es anders, auch für die Menschen auf dem Dorf. Für sie brachten die fünfziger Jahre gewaltige Umwälzungen. 1950, zwei Jahre nach der Währungsreform und dem Wegfall der Grenzen zwischen den Zonen der westlichen Besatzungsmächte, normalisierte sich das Leben anfangs zögernd im seit 1952 durch Zusammenschluss Badens und Württembergs entstandenen Baden-Württemberg. Es kam dann vieles zusammen – u. a. die Freizügigkeit, der Marshallplan, die Montanunion 1951 (der gemeinsame Markt für Kohle und Stahl der Benelux-Länder, Italiens, Frankreichs und der Bundesrepublik) und nicht zuletzt der enorme Bedarf an Gebrauchsgütern und Wohnraum im Nachkriegs-europa bewirkten, dass die Wirtschaft einen raschen Aufschwung nahm. Die positive Entwicklung war überall zu spüren. Auch in Gechingen wurden lang gehegte Pläne endlich verwirklicht. Mit der Bachregulierung wurde die Voraussetzung zur Kanalisation geschaffen, die 1953 abgeschlossen werden konnte. Bald wurden auch die ersten Privathäuser gebaut. Sie waren einfach, nüchtern, zweckorientiert, wie Möbel und Gebrauchsgüter damals. Man mochte es glatt und schnörkellos, Schrankwände statt Wohnzimmerbüfetts. Später entstand parallel ein anderer Trend, manche richteten sich ein mit Stilmöbeln oder Möbeln aus Teakholz. Sehr in Mode waren Sammeltassen.

In Gechingen wurden weiter dringend notwendige Verbesserungen in Angriff genommen. Feldwege und Steigen, die man lange hatte vernachlässigen müssen, wurden ausgebaut, die Straßen geteert und soweit möglich, mit Bordsteinen und Gehwegen versehen. „Kender, ihr dirfet nach Stuegert, no kennet er auf em Trottoir laufe!“– so hieß es vor dem Krieg. Das macht deutlich, dass schon ein Gehweg (Trottoir) als Luxus empfunden wurde.

Auch Gechingen musste Flüchtlinge aufnehmen, aber die neu entstandenen oder sich ständig vergrößernden Fabriken vor allem in Böblingen und Sindelfingen gaben Neubürgern und Ein-heimischen gute Verdienstmöglichkeiten. Postomnibusse und Schichtbusse brachten die Arbeiter in die Fabriken. Das war das unerhört Neue: Wohl zum ersten Mal war die menschliche Arbeitskraft, auf dem Dorf früher schlecht oder innerhalb der Familie gar nicht bezahlt, knapp geworden und gutes Geld wert. Auch für die jungen Frauen gab es nun neue Möglichkeiten. Auf einmal wollte keine mehr „in Stellung“ gehen, neben der besseren Bezahlung in der Fabrik lockte auch die geregelte Freizeit. Das wirkte sich auf den Alltag aus. Z.B. war die Kleidung der Bauern früher für Sonntag und Werktag recht unterschiedlich. Am Werktag war sie vor allem praktisch, robust und haltbar. Für den Sonntag hatte man gute Kleider, die aber, weil sie lange halten mussten, eher gediegen als modisch waren. Alle Frauen auf dem Dorf hatten Mittelscheitel und Knoten, die Mädchen Zöpfe, wie man auf alten Fotos sehen kann. - In den fünfziger Jahren waren die jungen Fabrikarbeiterinnen zwar immer noch werktags zur Arbeit eher einfach gekleidet, aber in meiner Erinnerung war nicht eine ohne Dauerwelle. Glocken- und Faltenröcke, wie sie nun nach der langen Textilknappheit Mode wurden, wollten aber alle jungen Frauen und Mädchen haben, wie später auch Petticoats oder Wippröcke. Man zog sie außer sonntags fürs Kino an oder beim Tanz – Vergnügungen, die nun allen leicht zugänglich wurden. Bei den Verkäuferinnen, weiblichen Bürokräften und ähnlichen Berufen, war modische Kleidung auch im Alltag angesagt, Unterschiede zwischen Werktags- und Sonntagskleidung begannen zu verschwimmen. Weil menschliche Arbeitskraft im Haushalt und in der Landwirtschaft immer teurer wurde und um die schwere Arbeit in diesen Bereichen zu erleichtern, wurden mehr und mehr Maschinen eingesetzt. So bahnten sich in dieser Zeit in vielen Bereichen tiefgreifende Wandlungen an, und es ist wohl wert, dass man sich damit befasst. Die Besucher des Museums „Appeleshof“ wurden an zwei Sonntagen in diese Zeit zurück versetzt.

Erika Albert-Essig

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 5 August 2012
Details :

Museum Appeleshof lud am Sonntag, 5. August 2012 ein zur Ortsführung und zur Fotoausstellung zum 25jährigen Jubiläum des Arbeitskreises Heimatgeschichte

Zur Ortsführung trafen sich die Teilnehmer am 5. August 2012 am Fleckenparkplatz. Wir wünschten uns, die Erinnerungen alter Gechinger, die sich beim Betrachten auf dem Ortsrundgang einstellen, auch jüngeren und auswärtigen Besuchern vermitteln zu können. Bei der Kreuzung Althengstetter/Calwer Straße erwähnten wir das Gasthaus „Adler“ von 1793, das 1970 dem neuen Rathaus weichen musste. Auch das Konsumgebäude dort wurde abgerissen. An ihm befand sich eine geschnitzte Holzfigur, das „Uffamergamänndle“, das mittlerweile im Museum einen würdigen Platz gefunden hat. Es stellt einen Bauern dar mit Zipfelmütze und Spieß. Auch andere Deutungen sind möglich. Da ursprünglich dort das Hengstetter Tor war, könnte es sich um eine Wächterfigur handeln, wie man sie häufig an Türen und Toren antrifft. In alter Zeit umschloss der Etter, ein Zaun, das ganze Dorf. Er markierte die Grenze der Ansiedlung zur Feldflur. Die Ausfallstraßen waren mit Toren, hölzernen Gattern, versehen, die nachts geschlossen werden mussten. Außer Adler und Konsumgebäude sind hier noch das charakteristische Höpferhäusle, Vöhringers Haus und das Kesseleshaus verschwunden. Weiter die Calwer Straße hinauf steht das stattliche Haus, das der königliche Notar Pregitzer, der 1846-48. Schultheiß in Gechingen war, erbaute, daneben das bescheidene Haus, das seinerzeit der „Zweibott“ bewohnte. So gab es schon auf diesem ersten Stück des Weges viel zu erzählen, ebenso wenn im Friedhof auf Familiengräber und den Grabstein des 1827 tödlich verunglückten Johann Michael Gehring hingewiesen wurde. Dann ging es vorbei am „Schulzenhaus“, erbaut 1620. Hier war schon im Mittelalter eine Hofstelle, die wie der größte Teil Gechingens, dem Kloster Herrenalb zinspflichtig war. Für Gechingen war die Niederlassung Herrenalbs in der Kirchenburg Merklingen zuständig. Auf dem Kirchplatz, im sogenannten Zwingelhof, stand die Zehntscheuer des Abtes von Herrenalb, die 1759 abbrannte und nicht mehr aufgebaut wurde. Der „Zwingelhof“, von Mauern umgeben, war im Kriegsfall neben der Kirche der letzte Zufluchtsort der Bevölkerung. Unsere Martinskirche, 1339 zum ersten Mal erwähnt, hat auch eine reiche Geschichte und auf unserem Weg zum Alten Rathaus kamen wir noch an mehreren sehenswerten alten Häusern und natürlich am Museum „Appeleshof“ vorbei. Das Alte Rathaus, 1475 erbaut, hat einen Dachreiter mit dem Rathausglöckle, das bei Feuer oder auch bei wichtigen Terminen erschallte. Beim großen Brand 1881, der ja nachts ausbrach, sprang der Amtsdiener Gotthilf Mack in der Eile hemedig aufs Rathaus, um das Glöckle zu läuten. 

Dann ging es vorbei am Gemeindehaus, wo früher die Schule war, am Pfarrhaus und am Haus Böttinger, bei dem eine stetig fließende Quelle im Keller schon vor 80 Jahren, als unser Vater sie unserer Mutter bei ihrem ersten Besuch in Gechingen zeigte, als Sehenswürdigkeit galt. Noch einige Häuser mit Besonderheiten wurden passiert und ihre Geschichte erzählt. Erwähnt werden soll noch die Marienlinde, die zum Andenken an Prinzessin Marie von Württemberg, der Tochter König Wilhelms I., gepflanzt wurde. Sie hatte nach dem großen Brand aus ihrer Privatschatulle Geld für die Notleidenden gestiftet. Durch die Hauptstraße ging es zurück ins Museum, wo eine Fotoausstellung die 25jährige Tätigkeit des Arbeitskreises Heimatgeschichte dokumentierte, beginnend mit dem Bild der Gründungsmitglieder. Man konnte den Einsatz der Mitglieder beim Ausbau des Museums und Herrichten der Exponate nacherleben, sowie die Eröffnung des Museums. Erinnerungen erwachten an den Festumzug des Liederkranzes 1990 und die Schwäbischen Nachmittage, von all den vielen Ausstellungen an den Museumssonntagen gar nicht zu reden! An besonders aufwändigen Aktionen sollen hier hervorgehoben werden die Umzüge der Waldarbeiter und von „per pedes zum Mercedes“, ebenso die historische Ernte nach der Vorlaufzeit auf dem Museumsacker – stellvertretend für noch viel Denkwürdiges aus unserer Arbeit, das wir in Fotos präsentiert haben.

Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 1 Juli 2012
Details :

Arbeitskreis Heimatgeschichte und Schlehengäuschule feierten gemeinsam am 1. Juli 2012 mit einem Festumzug unter dem Thema „Gechingen – einst und heute“

Schon 2011 wurde wieder einmal eine gemeinsame Aktion zwischen Schule und Arbeitskreis angeregt, sie sollte unter dem Motto „Gechingen – einst und heute“ stehen. Diese Idee wurde vom Arbeitskreis freudig aufgegriffen, ist sie doch unserem Ziel, die Geschichte unseres Dorfes im Gedächtnis lebendig zu halten, sehr entgegengekommen. Als die Vorsitzende des Arbeitskreises, Waltraud Lachenmaier, vorgeschlagen hat, diese gemeinsame Aktivität zugleich zur Jubiläumsveranstaltung zum 25jährigen Bestehen des Arbeitskreises zu machen, fand sie breite Zustimmung. 

Grundlage für die Veranstaltung war eine Projektwoche der Schlehengäuschule im Juni. Acht Schülergruppen wurden von Lehrern angeleitet und zusätzlich von Mitgliedern des Arbeitskreises und anderen fachkundigen Personen begleitet. Teilweise wurde den Kindern auch bei einem Besuch im Museum „Appeleshof“ und bei einem Rundgang durchs Dorf das Leben von früher anschaulich gemacht. Jede Gruppe befasste sich mit einem Aspekt der Dorfgeschichte. Die Erkenntnisse, die sie bei der Beschäftigung mit ihrem Thema gewonnen haben, präsentierten die Projektgruppen am 1.7.12 mit einer Ausstellung im Museum. Die größte Freude machte den Kindern aber, dass sie sich verkleiden und die Menschen, wie sie früher in Gechingen gelebt haben, in einem Festzug darstellen dürfen. Dieser startete um 14 Uhr an der Schule, ging über die Schiller- und die Weingartenstraße, überquerte die Calwer Straße und den Fleckenplatz, bis er an der Gemeindehalle endete. Außer Bauern und Handwerkern, die noch vor hundert Jahren fast die ganze Einwohnerschaft des Dorfes ausmachten, waren auch Gechinger aus längst vergangenen Zeiten zu sehen – je eine Gruppe widmete sich den Kelten und den Alemannen. „Schule früher und heute“ war ebenso Gegenstand einer Gruppe wie alte Urkunden, aus denen man so vieles über die Dorfgeschichte erfahren hat. Schließlich war auch das Gechingen von heute ein Thema, sowie als unvergessenes Ereignis der große Brand von 1881. Wegen des schlechten Wetters fand das Programm in der Gemeindehalle statt. Dort sang der Schulchor zur Begrüßung, es folgten kurze Ansprachen von Gerhard Brill für den Arbeitskreis, Herrn Bürgermeister Häußler für die Gemeinde und Frau Rektorin Rittig für die Schlehengäuschule. Danach wurde das Gechinger Heimatlied „Bächle em Wiesatal“ von Tillie Jäger vorgetragen und ein Tanz aufgeführt. Die Museumskapelle spielte bis ca. 17 Uhr. Auch das Museum freute sich über viele Besucher. Die Eltern hatten einen Luftballon-Wettbewerb vorbereitet und kümmern sich auch um die Durchführung. Wie erfreulich ist es doch, dass sie voll hinter dem Vorhaben standen und auf vielerlei Weise zum Gelingen beigetragen haben. Sie haben sich sogar mit der Gechinger Burg befasst, um auch dieses Stück aus Gechingens Vergangenheit zu würdigen. 

Erika Albert-Essig  

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 3 Juni 2012
Details :

Museum Appeleshof zeigte am Sonntag, 3. Juni 2012 eine Ausstellung des Fotoclubs „Laterna Magica“ unter dem Thema

„Vergangene Zeiten – mit der Kamera auf Spurensuche

Mit der Kamera auf Spurensuche – so lautete das Motto am Museumssonntag am 3. Juni. Mit der Kamera auf Spurensuche gemacht hat sich der Fotoclub „Laterna Magica“. Wolfgang Allroth und Kollegen verschafften uns Einblicke und Eindrücke vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. \"\"

Wenn man die Bilder sieht, die aus allen Bereichen des Lebens herausgegriffen wurden und in charakteristischen Ausschnitten zeigen, wie man damals arbeitete und wohnte oder wie die beginnende Industrialisierung sich auswirkte, fühlt man sich, wie so oft im „Appeleshof“, an Tennessee Williams erinnert mit seinem Spruch: „...die Zeit ist die weiteste Entfernung zwischen zwei Orten\". Wir haben Dinge zu sehen bekommen, die uns heute so fremd geworden sind, als kämen sie aus einem exotischen Land. Wie man damals in der Stadt und auf dem Land lebte, kann unsere Phantasie nicht weniger beschäftigen als eine Fernreise. 1846 fuhr die erste Eisenbahn von Cannstatt nach Stuttgart, zwischen 1833 und 1861 verdoppelte sich die Zahl der Einwohner Stuttgarts, die der Fabriken aber verzehnfachte sich im gleichen Zeitraum von 17 auf 173. 1886 rumpelte die erste Motorkutsche über Stuttgarts holprige Straßen. Da bestand aber schon 18 Jahre lang die Pferdebahn für den Nahverkehr, seit 1895 abgelöst von elektrischen Straßenbahnen. Ab etwa 1880 gab es erste Glühlampen. In Gechingen dauerte es bis 1908, bis die elektrische Straßenbeleuchtung eingeführt wurde, sowie elektrisches Licht in Schule und Rathaus, Privatleute mussten bis 1911 warten. \"\"

Aus den uns heute so fernliegenden Zeiten haben sich stumme Zeugen erhalten und wenn man einen Blick dafür hat, kann man sie mit Hilfe der Kamera zum Sprechen bringen und das scheinbar so spurlos Vergangene näher bringen. Zum Beispiel war eine Schalttafel aus dem Elsass vom Ende des 19.Jh. abgelichtet. Wie ein Arbeitsplatz damals aussehen konnte, zeigte der Blick in ein „Kontor“ – nur eine Ecke mit Stehpult, darauf das aufgeschlagene Hauptbuch, und ein kleines Bücherbrett drüber, nicht abgeschirmt vom allgemeinen Getriebe - so anspruchslos war man in dieser Zeit. Manche Aufnahmen zeigten Details aus Freilichtmuseen oder aus alten Hofanlagen.

Erika Albert-Essig

 

Heimatmuseum Appeleshof geöffnet

Datum: 6 Mai 2012
Details :

Museum Appeleshof – Ausstellung von Margit Valjak am 6. Mai 2012

Margit Valjak stammt aus Bayern; sie kam mit ihrem Mann aus beruflichen Gründen 1971 nach Baden-Württemberg. Es gefiel ihnen im Ländle, sie suchten nach einem passenden Bauplatz, um hier völlig heimisch zu werden, und fanden ihn in schöner Lage in Althengstett. Als sie sich 1978 dort niederließen, gehörte ein Sohn zur Familie, ein zweiter kam noch dazu.

Margit Valjak hat schon immer gerne gemalt und gezeichnet, aber es war zeitlich zunächst nicht möglich, dass sie sich ihrer Neigung widmete. 1987 besuchte sie dann einen Einführungskurs in die Malerei auf Seide. Er machte ihr soviel Freude, dass sie sich im Selbststudium weiterbildete und sich dazu anregen ließ, sich auch der Malerei zu zuwenden. Sie nahm an Kursen in verschiedenen Maltechniken und an Seminaren in diversen Kunstakademien teil, hauptsächlich aber war sie immer selbständig aktiv, um sich in den verschiedensten Techniken weiterzuentwickeln. Inzwischen hat sie aus dem Hobby längst einen Beruf gemacht. Die Seidenmalerei hat sie beibehalten, sie zeigte auch einige von ihr gestaltete Seidentücher; vor allem aber waren im „Appeleshof“ Bilder aus den letzten Jahren zu sehen, die die ganze Bandbreite ihrer Arbeiten widerspiegeln. Sie haben sowohl abstrakte als auch gegenständliche Inhalte - die angewandten Techniken und Stilrichtungen sind ebenfalls sehr vielfältig. Auf manchen Bildern ist ein bestimmtes Motiv heraus gearbeitet, andere wiederum geben dem Betrachter die Möglichkeit, seiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Margit Valjak spielt mit den Farben in starken Gegensätzen, von brillant und dynamisch leuchtend, bis zu Pastellfarben in fast unzähligen Farbtönungen und Farbschattierungen. Gegensätze von Hell und Dunkel werden ebenso genutzt wie Farbkontraste. Überhaupt experimentiert sie gerne mit Materialien, Formen und Farben. Sie möchte ansprechende Farbharmonien und ausgewogene Kompositionen erzielen, die den Betrachter fesseln sollen und zu innerer Ruhe finden lassen. Im Laufe der Jahre ist so ihr ganz eigener Stil entstanden, der sich nicht auf eine bestimmte Richtung fixieren lässt.

Die Bilder sind meist mit Acrylfarben auf Karton oder Leinwand gemalt. In Europa sind Acrylfarben seit Beginn der sechziger Jahre des 20. Jh. bei Kunstmalern im Gebrauch. Acrylfarbe ist eine Alternative zu Ölfarbe oder kann mit ihr in Mischtechnik verwendet werden, die Maltechniken sind gleich. Sie basiert auf dem Kunststoff Acrylharz als Bindemittel, das Lösungsmittel ist Wasser. Feinste Kunststoffteilchen dienen der Verbindung der meist synthetischen Farbpigmente untereinander und mit dem Bilduntergrund. Beim Verdunsten des Wassers bildet sich ein elastischer, leicht glänzender, wasserfester Farbfilm auf dem Malgrund.

Margit Valjak ist Mitglied in vielen Kunstvereinen; im Kunstkreis Oberes Nagoldtal und im Kunstverein Herrenberg ist sie auch im Vorstand. Ihre Bilder waren auf Einzelausstellungen – z. B. auch in den Rathäusern von Gechingen und Althengstett - zu sehen und sie hat sich an vielen Kunstmessen und Ausstellungen mit Bildern oder Objekten der Seidenmalerei beteiligt. Darunter sind so renommierte Stätten wie Schloss Mainau, Kunstmesse Sindelfingen, Messe Paperworld Frankfurt oder auch Messe Nadel & Faden Osnabrück.

Erika Albert-Essig

 

Letze Änderung Montag, 03 Juni 2013 22:32
« Oktober  2017 »
MoDiMiDoFrSaSo
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031 

News

  • Neuigkeiten