Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg an Fritz Roller am 8. Februar 2015

Die Heimatgeschichte hat in Gechingen einen hohen Stellenwert. Bei diesem Thema hat sich Fritz Roller in herausragender Art verdient gemacht. Mitte der 1960er-Jahre begann er, das zu sammeln, was man früher „alten Kruscht“ genannt hat und wovon sich die Leute mit Freude getrennt haben. Mitte der 1980-er-Jahre richtete er eine Heimatstube ein und 1995 wurde das Heimatmuseum Appeleshof eingeweiht, welches nun in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Mehr als 23 Jahre stand Fritz Roller dem 1987 gegründeten Arbeitskreis Heimatgeschichte im Schwarzwaldverein Gechingen e.V. vor, der mit wechselnden Ausstellungen und Vorführungen das Museum belebt. Am 8. Februar konnte Fritz Roller nun die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, verliehen durch Herrn Ministerpräsident Kretschmann, während eines Festaktes in der Gemeindehalle aus der Hand von Bürgermeister Jens Häußler und MdL Thomas Blenke entgegen nehmen.

Der Vorsitzende des Schwarzwaldverein Gechingen e.V., Heinrich Hamm,  begrüßte die Gäste und legte dar, dass die Auszeichnung wahrlich verdient sei und diese sicherlich als Ehrung für das Lebenswerk Fritz Rollers bezeichnet werden kann.

Auf dieses Lebenswerk ging Bürgermeister Jens Häußler in seiner Rede näher ein. Er bezeichnete es als Glücksfall für die Gemeinde, dass der in Stuttgart geborene Roller 1950 eine Gechingerin heiratete und 1958 in die Metzgergasse zog. Kurz danach habe er angefangen „altes Gerümpel“ zu sammeln, was in einem Auszug eines Gedichtes von Liesel Preibisch so beschrieben wird:

„Wenn Sperrmüll ist, ei der Daus,
da schwärmt er in der Nacht no aus.
Net alt gnug könnet sei die Sache,
da freut er sich, da dut er lache.
Er läds ens Auto wie der Witsch
Und nehmts in sei Museum mit.
Manchs Kleinod hat er gsammelt scho
Da ist ganz Gechingen drüber froh.“

BM Häußler ging in seiner Rede auf das Erschaffen des Heimatmuseums ein, das nach über 6000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden Fritz Rollers und des Arbeitskreises Heimatgeschichte 1995 eröffnet werden konnte. Weiter hervorzuheben ist sein Buch, die „neue Heimatchronik“, welche 1997 vorgestellt wurde. Es kam mit sehr großen ehrenamtlichen Engagement und einem niedrigen Budget zustande. Es habe, da von einem Gechinger Bürger, dem die Geschichte der Gemeinde außerordentlich stark am Herzen liegt, einen viel höheren Stellenwerk als eine Chronik, die von einem auswärtigen „Wissenschaftler“ formuliert wurde, so Häußler. Hervorhebens wert seien auch die Ausstellungen im Rathaus, die zu den Wahlterminen durchgeführt werden und mit dafür verantwortlich sind, dass die Wahlbeteiligung in Gechingen immer zu den höchsten im Landkreis Calw zählt.

Häußler lies auch nicht unerwähnt, dass viele andere auch ihren Beitrag geleistet haben, sodass Roller im Vorgespräch äußerte, die Ehrennadel ausdrücklich auch im Namen des Arbeitskreises annehmen zu wollen.

Der Ehrungsantrag wurde von Häußler gemeinsam mit Hamm beim Land gestellt, und von Thomas Blenke, Mitglied des Landtags, sehr unterstützt.

Letzterer ging nun auf die Bedeutung der Ehrennadel ein. Eingeführt 1982 durch den damaligen Minister-präsidenten Lothar Späth, wird sie seither als Dank und Anerkennung an Bürger des Landes, die sich durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen oder Organisationen mit kulturellen, sportlichen oder sozialen Zielen um die Gemeinschaft besonders verdient gemacht haben, vom Ministerpräsidenten verliehen. Blenke führte aus, dass Baden-Württemberg das Bundesland mit der höchsten Quote an ehrenamtlich Tätigen ist, und das Ehrenamt sei somit eine der Stärken des Landes. Menschen wie Fritz Roller machten das Land stärker, er habe die Ehrung verdient.

Es folgte nun die Übergabe der Nadel samt Urkunde gemeinsam durch BM Häußler und MdL Blenke. Im Anschluss daran überreichte Häußler dem Geehrten noch ein Präsent.

Als Vertreter des Kreisgeschichtsvereins Calw e.V. rundete Dr. Pichler aus Bad Teinach-Zavelstein den Reigen der Grußworte ab. Fritz Roller sei es gelungen, über sehr viele Jahre einen Kreis von Gleichgesinnten um sich zu binden, das sei beachtlich.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Natalie Hirzle-Dürr und Maren Schneider.

 

Letze Änderung Mittwoch, 12 Dezember 2018 22:25
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