Mai 13, 2020

„Große Wäsche“ im Appeleshof


Von außen gut einsehbare Dekoration im Ausstellungsbereich des Appeleshof Heimatmuseums.
Kategorie: Neuigkeiten
Erstellt von: SWVG04
Wer jetzt am Appeleshof vorbeigeht und in den Ausstellungsbereich in der ehemaligen Scheuer hineinsieht, wird durch liebevoll aufgebaute Museumsstücke an den einstigen Großkampftag der Hausfrauen erinnert – den Waschtag. Die große Wäsche war eine der mühseligsten und kräftezehrendsten Arbeiten in ihrem harten Alltag. Es lohnt sich gerade auch für die jüngeren Semester, die dafür nötigen Requisiten zu betrachten und sich vorzustellen, wie diese Arbeit früher abgelaufen ist. Schon am Vortag wurde die Wäsche in einer Lösung von Soda oder Pottasche in viel Wasser eingeweicht. Meine Großmutter stellte dazu einen großen Waschzuber in den Hof, wie einer neben der Wäscherin mit dem roten Kopftuch zu sehen ist. In den kam die Einweichbrühe und die Wäsche wurde lose eingelegt. Man kann sich vorstellen, wie anstrengend und zeitraubend schon das Einweichen war, vor allem, als es noch keine Wasserleitung gab. Wenn die Wäschestücke  sehr schmutzig waren, bürstete man sie am nächsten Tag ein oder rubbelte sie auf dem Waschbrett. Zuerst aber machte man Feuer unter dem Waschkessel, füllte Wasser hinein und gab Seifenpulver dazu.  Die vorbereitete Wäsche kam dann in den Kessel.Das Ganze brachte man unter ständigem Rühren oder Stampfen mit dem Wäschestampfer zum Kochen. Wenn die Wäsche genug gekocht hatte, hob man sie aus der Waschbrühe mit der Wäschezange und schwenkte sie ein paar Mal durch, wobei wieder die Zuber zum Einsatz kamen. Bunte Wäsche wurde von Hand in gut warmer Waschlauge durchgerubbelt. Alle Geräte, wie Wäschestampfer, Rührlöffel und Wäschezange werden gezeigt. Es war schon eine große Erleichterung, als das Auswringen von Hand durch eine Wäschepresse ersetzt werden konnte. Auch diese wurde von Hand betätigt, schwer war die Arbeit immer noch, wie man ahnen kann, wenn man sie in Augenschein nimmt. Sie steht neben dem vorderen Waschkessel. Eine echte Verbesserung brachte dann die elektrische Wäscheschleuder. Auch da ist eine aufgestellt.
Eine Rarität ist der Waschkessel neben der Wäscherin – ein früher Vorgänger der Waschmaschine. In ihm wurde die Wäsche von außen durch eine Kurbel bewegt, die natürlich durch Muskelkraft „getriebelt“ werden musste. Eine Extrabetrachtung sind auch die Wäscheklammern wert. Man schnitzte sie selber, für so „G´schäftle“ war Zeit im Winter, wenn die Feldarbeit ruhte.
Eindrucksvoll ist, dass auch daran gedacht wurde, zu zeigen, wie die trockene Wäsche schrankfertig gemacht wurde! Eine besonders schöne Mange ist zu sehen, auf der die großen Bettstücke zwischen zwei Walzen geglättet wurden. Natürlich musste man sie zuvor penibel entsprechend zusammenlegen. Auch bei diesem Gerät wurde von Hand „getriebelt“, es war aber bei weitem weniger Kraft vonnöten als z. B. bei der Wäschepresse. Auch Bügeleisen sind aufgestellt. Unsere Großmutter hatte ein Kohlebügeleisen, das von oben beschickt wurde. Sie holte dafür beim Dorfbäck glühende Holzkohle, die sie dann mit etwas Wasser abschreckte. Unsere Mutter verwendete ein Bügeleisen, das durch einen entsprechend geformten Bügelstahl erhitzt wurde, den man in heißem Zustand durch eine verschließbare Klappe hinten am Eisen hineinschieben konnte. Bei beiden Arten gehörte viel Erfahrung dazu, um die Temperatur so einzustellen, dass das Eisen die Wäsche glättete, aber nicht verbrannte. Bis alles wieder schön zusammengelegt in den Schrank geräumt werden konnte, war also außer viel Arbeit auch Wissen und Erfahrung nötig, und die Hausfrauen konnten mit Recht stolz sein auf ihre gepflegte Wäsche!
Auch wenn diese Dekoration den traditionellen Museumssonntag nicht ersetzt, muss man doch positiv sehen, dass man jetzt alles ganz in Ruhe betrachten und auf sich wirken lassen kann!

Erika Albert Essig

Letze Änderung Donnerstag, 20 Dezember 2018 21:11
« August  2020 »
MoDiMiDoFrSaSo
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31 

News

Seite 1 von 2   »

Jul 14, 2020
Kategorie: Neuigkeiten
Erstellt von: SWVG11

Die Preisverleihung war jetzt am 25.Juli in Gemeindehalle.

Ein Bericht und Bilder sehen Sie unter der Rubrik Naturschutz

 

 

Jun 20, 2020
Kategorie: Neuigkeiten
Erstellt von: SWVG11
Einschränkungen werden langsam gelockert !
Mai 13, 2020
Kategorie: Neuigkeiten
Erstellt von: SWVG04
Von außen gut einsehbare Dekoration im Ausstellungsbereich des Appeleshof Heimatmuseums.