Kalligraphie - die Kunst des schönen Schreibens

Datum: Sep 1, 2019 14:00:00
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Am 1. September erwartet uns im Museum Appeleshof wieder etwas Besonderes. Marliese Brauchle stellt eigene Werke auf dem Gebiet der Kalligraphie, der künstlerischen Schönschrift, aus. Bereits seit 20 Jahren befasst sie sich mit dem Erlernen von Schriften und dem Gestalten von Schreibmustern. Unter fachkundiger Leitung hat sie sich in verschiedenen Kursen im Kloster Kirchberg bei Sulz a.N. weitergebildet. Die verschiedenen Schriftbilder in ihrer Eigenart zu entdecken und sie mit der Hand zu schreiben, ist für sie eines der schönsten persönlichen Ausdrucksmittel. Bei der VHS-Calw gibt sie seit 10 Jahren Kurse in den unterschiedlichen Schriften. Sie hat es inzwischen zu einer kreativen Schreibkünstlerin gebracht. Durch sehr viel Geduld und Übung entstanden in Kombination mit Farbe verschiedene Schrift-Bilder, die in der Ausstellung besichtigt werden können.

Auf Schönheit ausgerichtete Schreibkunst macht bewusst, dass vor der Entdeckung der Buchdruckerkunst Jahrtausende lang das mühsame Schreiben von Hand die nahezu einzige Möglichkeit war, um Gedachtes und Gesprochenes sichtbar zu machen und festzuhalten. Entsprechend kostbar waren Schriftstücke und sollten deshalb auch schön und ansprechend gestaltet werden. Bei Marliese Brauchle selber wurde die Liebe zur Kalligraphie durch Ihre Mutter geweckt, die damals immer die braunen Seiten der Fotoalben mit weißer Tusche in Zierschrift beschriftet und sie damit zu einem ganz persönlichen Andenken gemacht hat. Das Beispiel zeigt, dass die Kalligraphie, in Kenntnis der hohen Qualität traditioneller Schreibformen, wieder Bezug zu unserem Alltagsleben und damit einen höheren Stellenwert bekommen sollte. Eine Geburtstagskarte in Schönschrift freut den Empfänger oft mehr als ein teures Geschenk, denn sie erfordert Aufmerksamkeit, Sorgfalt, Geduld und Liebe und ist ein Unikat.

Unsere Alltagshandschrift muss man allerdings von der Kalligraphie getrennt betrachten. Sie wird aber inzwischen gestalterisch völlig vernachlässigt und reicht gerade noch für kurze Mitteilungen und Notizen; manchmal ist sie selbst für den Schreiber nicht mehr leserlich. Aber auch das Schriftbild der Alltagshandschrift ist für den Schreiber charakteristisch und sollte gepflegt werden.

Für Anlässe, die sorgfältige Schrift erfordern, stehen heute Maschinen mit einer Fülle von Schriftformen bereit. Maschinelle Schriften sind fast immer leicht und schneller lesbar, aber durch das anonyme Schriftbild wirken die Worte recht sachlich und unpersönlich. Schreiben von Hand hilft zur Konzentration, lässt zur Ruhe kommen und fördert auf eine besondere Weise die Begegnung mit Texten. Im Zeitalter des Computers und der digitalen Überflutung ist es besonders reizvoll, der "technischen" Schrift, Handgeschriebenes entgegenzusetzen.

Lassen sie sich darauf ein, die Jahrtausende alte Schriftkunst neu zu entdecken, gelernt, geübt und im Zeitgeist gestaltet von Marliese Brauchle, die uns allen den Ratschlag gibt: "Schreiben Sie mal wieder! Aber nicht nur E-Mails...!“

Am 1. September ist das Museum Appeleshof zur gewohnten Zeit von 14-18 Uhr geöffnet. Wie immer ist der Eintritt frei.

 

Letze Änderung Samstag, 22 Dezember 2018 14:06
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Dez 3, 2019
Kategorie: Neuigkeiten
Erstellt von: SWVG00
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